Australien droht Japan wegen Walfangs mit Klage

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Australien will den umstrittenen Walfang im Südpolarmeer stoppen und hat Japan am Freitag ein Ultimatum gestellt: sollte das Land nicht aufhören, jedes Jahr Hunderte Wale zu angeblich "wissenschaftlichen" Zwecken zu töten, will Australien klagen. "Wir fordern die Japaner auf, das jährliche Abschlachten von Hunderten Walen auf Null zu reduzieren", sagte Premierminister Kevin Rudd.
Die australische Regierung will zuerst alle diplomatischen Mittel nutzen. "Sollte das aber scheitern, werden wir vor Beginn der nächsten Walfangsaison im November 2010 juristische Schritte einleiten."
Der Walfang ist durch die Internationale Walfangkonvention von 1946 geregelt. 75 Länder haben sie unterzeichnet, darunter auch Japan. Die dazugehörige Walfangkommission verhängte 1986 ein Moratorium gegen den Walfang. Ausgenommen sind Fänge zu wissenschaftlichen Zwecken, die Japan immer vorschützt.
Eine japanische Flotte geht jedes Jahr unter weltweitem Protest auf Walfang. Tierschützer jagen den Booten nach und versuchen die Aktivitäten zu stören. Vor kurzem rammte ein japanisches Beiboot das Schnellboot "Ady Gil" der Organisation "Sea Shepherd". Das Boot sank, die Besatzung konnte gerettet werden. Der Anführer der Gruppe kletterte vergangene Woche an Bord eines der japanischen Schiffe. Peter Bethune wird seitdem an Bord festgehalten. Nach Schätzungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die japanische Flotte innerhalb von 22 Jahren mehr als 9.000 Zwergwale getötet. Außer Japan betreiben auch Norwegen und Island Walfang.
Australien würde Japan entweder vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag oder vor dem internationalen Seegerichtshof in Hamburg verklagen. Der Vorwurf könnte sich auch auf Australiens Hoheitsanspruch auf Teile des Südpolarmeers beziehen.












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