"Braune Post" schockiert
Nachdem es um die rechte Szene in Osttirol lange ruhig war, sorgt der jüngste Postwurf für Empörung und Aufregung. Die Ermittlungen laufen.

Foto © kk9000 Exemplare des von rechtsradikaler Ideologie berherrschten Flugblattes wurden verschickt
Vor knapp zehn Jahren machte eine einschlägig bekannte rechtsradikale Szene Lienz und Umgebung unsicher. Ein unguter Höhepunkt war nach Attacken auf Schwarzafrikaner am Lienzer Bahnhof sicherlich ein geplanter Aufmarsch der "braunen Szene" an einem Todestag von Adolf Hitler in der Bezirksstadt. Die Polizei riegelte das Lienzer Bahnhofareal ab.
Da die geografischen Kenntnisse nicht sonderlich ausprägt waren, landete man in Linz statt in Lienz. Erst als die Tiroler Justiz mit den Burschen, die Parolen an die Häuser schmierten und unschuldige Passanten verprügelten, hart ins Gericht ging, ebbte das "braune Gedankengut" ab.
Polizei, Politiker und Bürger glaubten, der rechtsradikale Spuk sei vorbei. Bis der Postwurf am Donnerstag in über 10.000 Haushalte in Osttirol flatterte. Da wurden, wie berichtet, nicht nur "alte Wunden" bei zwei Familien aufgerissen, leider wurde auch unseliges Gedankengut wieder in Erinnerung gerufen. "Warum lässt man uns nicht in Ruhe?", fragte Anita Schnell. Sie kann auch die Rechtsansicht der Post AG nicht verstehen: "So etwas hat doch nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun." In ihrem Namen hat Anwalt Johannes Hibler Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck erstattet. Hibler: "Es ist ganz schwer, den Verfassern des Postwurfs eine strafbare Handlung nach dem Verbotsgesetz vorzuwerfen, aber es kann nicht sein, dass mit dem Schicksal der verstorbenen Buben zu Sammlungen aufgerufen wird." Da möchte der erfahrene Anwalt auch juristisch einhaken.











