Trotz Kritik: Obama empfängt Dalai Lama
Ungeachtet der Warnungen aus China empfängt US-Präsident Obama heute den Dalai Lama im Weißen Haus.

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Trotz heftiger Kritik aus China empfängt US-Präsident Barack Obama am Donnerstag den Dalai Lama im Weißen Haus. Peking wirft dem religiösen Oberhaupt der Tibeter Separatismus vor und hat gedroht, wegen des Besuchs Sanktionen gegen US-Firmen zu verhängen. Obama hatte hingegen erklärt, er freue sich auf einen konstruktiven Dialog mit dem Verfechter der Menschenrechte des tibetanische Volkes.
Gespanntes Verhältnis
Das Verhältnis zwischen den USA und China hat sich in jüngster Zeit erheblich abgekühlt. Grund ist unter anderem eine umfangreiche US-Waffenlieferung an Taiwan, die Peking scharf kritisiert. Für Spannungen sorgen zudem Fragen um die Internet-Freiheit, Handel und anhaltender Streit um die Bewertung der chinesischen Währung.
EU-Einladung für Dalai Lama gefordert
Aus Anlass des Empfangs des Dalai Lama im Weißen Haus in Washington fordert die "International Campaign for Tibet" (ICT) die Europäische Union auf, dem Beispiel des US-Präsidenten zu folgen und den 74-jährigen Friedensnobelpreisträger Tenzin Gyatso ebenfalls einzuladen. ICT-Geschäftsführer Kai Müller verwies am Donnerstag in einer Aussendung darauf, dass sich Barack Obama von "einigen schrillen Tönen aus Peking" nicht habe davon abbringen lassen, den 14. Dalai Lama in seinem Amtssitz zu treffen. "Eine klare Position zum Dalai Lama stünde den Europäern gut an", so Müller.
Der ICT-Geschäftsführer forderte EU-Außenministerin Catherine Ashton auf, den Dalai-Lama-Empfang im Weißen Haus zum Anlass für "ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit in Richtung Peking" zu nutzen. Man sollte Peking klar machen, dass "die EU mit Nachdruck eine Lösung der Tibet-Frage einfordert". Ashton müsse deutlich machen, "dass sich Europa in Zukunft nicht mehr auseinanderdividieren lassen wird und Unterstützung für eine Verhandlungslösung anbieten". Die Europäer könnten helfen, Hürden bei den Gesprächen zwischen den Gesandten des Dalai Lama und der chinesischen Staatsführung zu überwinden. "Voraussetzung dafür ist aber, dass sie ihre gemeinsamen Überzeugungen standhaft vertreten", sagte Müller. "Eine klare Haltung wird von Peking durchaus respektiert. Europa muss geschlossener auftreten."
Ende 2008 hatte Peking den EU-China-Gipfel platzen lassen, nachdem der damalige EU-Ratsvorsitzende, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, mit dem Dalai Lama zusammengetroffen war. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking hatte die chinesische Führung unter internationalem Druck der Aufnahme von Gesprächen mit der tibetischen Exilführung zugestimmt. Zuvor noch hatte Peking den Dalai Lama beschuldigt, die Unruhen in Tibet vom März 2008 angezettelt zu haben. Die Chinesen warfen dem 14. Dalai Lama vor, nach wie vor einen "Geheimplan" zur Erlangung der Eigenstaatlichkeit Tibets zu verfolgen.
Der britische Premier Gordon Brown hatte seinerseits den Dalai Lama nicht im offiziellen Amtssitz Downing Street empfangen, sondern im Lambeth-Palast, der Londoner Residenz des anglikanischen Primas und Erzbischofs von Canterbury, Rowan Williams. 2007 hatten die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Österreichs damaliger Bundeskanzler Alfred Gusenbauer den Dalai Lama jeweils am Regierungssitz empfangen, was in Peking als unerhörter Affront aufgefasst worden war.
















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