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Zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 um 18:19 Uhr

Mord in Dubai - Spur führt nach Wien

In Österreich laufen seit zwei Tagen Ermittlungen in Zusammenhang mit einem Mord an einem Führer der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas in Dubai.

Die Verdächtigen im Fall al-Mabhuh

Foto © APADie Verdächtigen im Fall al-Mabhuh

Israel hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach der israelische Geheimdienst Mossad hinter der Ermordung des ranghohen Hamas-Funktionärs Mahmoud Abdel Rauf al-Mabhouh in Dubai steckt und dafür fremde Identitäten benutzt habe. Es sei nicht in Ordnung, dass man es für selbstverständlich halte, dass Israel oder der Mossad die Pässe oder Identitäten britischer Bürger benutzt hätten, sagte Außenminister Avigdor Lieberman am Mittwoch. Dies könne auch ein anderer Geheimdienst oder ein anderes Land gewesen sein.

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate verdächtigen zehn Männer und eine Frau, die mit gefälschten Pässen nach Dubai eingereist waren. In einem Fall nutzten die Täter die Identität eines Mannes mit deutschem Pass, wie es hieß. Michael Bodenheimer entpuppte sich nun aber als streng religiöser amerikanischer Jude. Er lebt nach israelischen Medienberichten in Bnei Brak, einem Vorort von Tel Aviv, und besucht dort eine Religionsschule. Die Familie gab an, mit Politik nichts zu tun zu haben.

Andere Betroffene, sechs auf der Täterliste stehende Briten, leben seit Jahren in Israel. Sie beteuerten ihre Unschuld und reagierten verärgert und empört auf den Diebstahl ihrer Identität. Einer der Männer äußerte sich besorgt, dass er und seine Familie Opfer eines Vergeltungsanschlags werden könnten.

Auch in Österreich laufen seit zwei Tagen Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Mord an dem Hamas-Führer. Das bestätigte Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia am Mittwoch gegenüber der APA. Die Täter haben laut einem Bericht der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" mindestens sieben österreichische Wertkartentelefone verwendet, mit Nummern die T-Mobile zugeordnet werden könnten, um miteinander zu kommunizieren. Gollia äußerte sich dazu mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Der britische Premierminister Gordon Brown kündigte am Mittwoch eine vollständige Untersuchung in der Affäre um die gefälschten Reisepässe an. Vor weiteren Erklärungen müsse geprüft werden, was, wie und warum geschehen sei, sagte Brown dem Londoner Radiosender LBC. Brown äußerte sich angesichts von Forderungen, den israelischen Botschafter ins Außenministerium zu zitieren, damit sich dieser zu Vorwürfen äußere, dass der Mossad hinter dem Attentat stehe.

Nach Angaben israelischer Medien soll der getötete Mabhouh Waffenlieferungen in großem Stil in den von der der radikal- islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen organisiert haben. Allerdings soll sich Mabhouh auch viele Feinde in der arabischen Welt, darunter in Ägypten und Jordanien, gemacht haben.

Israelische Geheimdienstkommandos haben schon mehrfach mit gefälschten ausländischen Pässen operiert. 1997 versuchten Geheimdienst-Agenten den Exilchef der Hamas, Khaled Mashaal, in Jordanien umzubringen. Dabei bedienten sie sich kanadischer Pässe. 2005 wurden zwei Mossad-Agenten in Neuseeland zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil sie sich illegal neuseeländische Pässe zu beschaffen versucht hatten.


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