Denkmal bekommt professionellen Schutz
Nach der 15. Schändung des Denkmales der Namen beschließen Verein Erinnern und Stadt modernes Überwachungskonzept. Polizei ermittelt.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth WeichselbraunDas Denkmal wurde erneut geschändet
Hans Haider, Obmann des Vereines Erinnern, war nach der neuerlichen Schändung des Namensdenkmales in der Villacher Widmanngasse voll in die Offensive gegangen und hatte die Polizei kritisiert. "Allerdings ist dort bereits eine Sonderkommission eingesetzt, die in Richtung Verfassungsschutz ermittelt", sagt Haider. "Man ist offenbar einigen Übeltätern auf der Spur, die das Denkmal der Namen aus politischen Motiven immer wieder zerstören." "Bei einer geheimen Überwachungsaktion nach einem Hinweis auf einen Zerstörungsakt waren die aus strategischen Gründen entfernten Kameras nicht richtig montiert worden." Stadtpolizeichef Erich Londer ist zuversichtlich, dass man mithilfe der Bilder, die in der Nacht auf Sonntag gemacht wurden, die Täter ausfindig machen kann.
Bitte um Hinweise
"Sollte jemand Beobachtungen gemacht haben, bitten wir, uns unter der Telefonnummer 059 133-22 90 Hinweise zu liefern", sagt Londer. "Derzeit bearbeiten wir die Fotos, damit sie aussagekräftig werden. Ob die Vandalen rechtsradikale Motive haben, lässt Londer offen. Haider hat bereits nach der vorletzten Zerstörungsaktion die Hilfe von Bürgermeister Helmut Manzenreiter gesucht. "Damals sind 25 Glastafeln zerstört worden", erinnert Haider. "Die Stadt ist bereit, uns bei einer modernen Überwachungsvariante zu unterstützen." Derzeit bleibt Haider nur, die fünf kaputten Tafeln aus Folienglas bei seinem Kleinkirchheimer Glasermeister neu anfertigen zu lassen: "Pro Tafel kostet uns das 45 Euro, der Glaser hat die Inschriften auf Computer gespeichert und kann binnen einem Tag liefern." Echtes Panzerglas wäre unerschwinglich und mit viel Gewalt auch zu beschädigen. "Und Metall würde wahrscheinlich besprüht werden."
Features
Hintergrund
Fakten. Im Jahr 1999 wurde das Denkmal der Namen mit 64 Namen enthüllt. Im Laufe der Jahre wurde es nicht nur x-mal beschädigt, sondern auch durch weitere Namens- tafeln erweitert. Mithilfe von Spenden hat der Verein Erinnern unter Obmann Hans Haider die Wiederherstellung finanziert.
Namen. Auf gläsernen Platten - Glas als künstlerischer Hinweis auf die Zerbrechlichkeit des Lebens - finden sich Namen, Geburtsjahr, Todestag und -ort von Villachern und Bewohnern des Umlandes, die aus verschiedensten Gründen von den Nazis verfolgt und getötet wurden.
Zerstörung. Ob es sich bei den Zerstörern um politisch Motivierte handelt, wird geprüft.











