Bloggen ist für Jüngere nicht mehr sexy genug
Blogs haben ihren festen Platz im Netz, ihre beste Zeit aber offenbar bereits hinter sich. Nach einer Studie des Pew Internet American Life Projects verlieren vor allem Jüngere das Interesse am klassischen Blog mit seinen eher längeren Texten. Vermutlich gehen Blogs nur einen ähnlichen Weg wie die E-Mail: Sie bleiben nützlich, sind aber nicht mehr sexy.
"Erinnern sie sich, als die Worte 'Sie haben Post' noch Begeisterung auslöste?" fragt Danah Boyd vom Berkman Center for Internet and Society der Universität Harvard. "Die Leute beschränken sich darauf, Blogs für das zu nutzen, wofür sie gut sind. Für aufregendere Dinge wenden sie sich anderen Kanälen zu." Das sind dann etwa Soziale Netzwerke oder auch spezielen Spiele- oder Video-Portalen.
In der Pew-Umfrage in den USA gaben nur noch 14 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen an, dass sie bloggen. 2006 waren das noch mehr als 25 Prozent gewesen. Nur jeder zweite Befragte kommentiert noch die Blogs von Freunden, vor vier Jahren das drei von vier. Einen ähnlichen Rückgang stellte die Studie in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen fest.
Ganz andere Zahlen gibt es für die Sozialen Netzwerke. Facebook und Co werden nach Angaben von Pew von 73 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen genutzt, die einen Zugang zum Internet haben. Vor vier Jahren waren es erst 55 Prozent. Vor allem die kurze Statuszeile habe den Blogs mit ihren langen Texten geschadet, sagt die Mitverfasserin der Pew-Studie, Amanda Lenhart. Der Trend zur kurzen persönlichen Information im erweiterten Freundeskreis wird durch das mobile Internet zusätzlich verstärkt. Die Statuszeile ist auf dem Handy schnell geschrieben, ein Blog-Posting oder auch schon ein Kommentar ist im Vergleich dazu aufwendiger.











