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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 um 05:11 UhrKommentare

Polizei sorgt für Ernüchterung bei "Komasauf-Club"

Randalieren auf dem Friedhof, Einbrüche und Diebstähle: 16 Jugendliche aus Gallizien trieben jahrelang im Bezirk ihr Unwesen - aus Langeweile. Die Bande wurde angezeigt.

Ein Gruppe von Jugendlichen aus Gallizien sorgt seit Jahren für Aufregung in der Region

Foto © BudaiEin Gruppe von Jugendlichen aus Gallizien sorgt seit Jahren für Aufregung in der Region

"Saufen bis zum Verlust der Muttersprache" lautete das Motto des 2007 gegründeten "Gallizianer Komasauf-Clubs". Auf ihrer Club-Homepage riefen die Jugendlichen mehrfach zum organisierten Komasaufen auf, lieferten Videos und Bilder dazu. Als die Burschen dann auch noch Fotos von ihren Straftaten ins Internet stellten - einige sitzen auf einer Friedhofsmauer und zeigen den Hitlergruß, andere springen auf Gräbern herum - griff die Polizei durch. Die Jugendlichen wurden wegen Störung der Totenruhe und Übertretung des Verbotsgesetzes angezeigt.

Intensive Ermittlungen im Umfeld des "Gallizianer Komasauf-Clubs" deckten anschließend weitere Straftaten der berüchtigten Gruppe auf. So verübte die Bande zum Beispiel mehrere Einbruchsdiebstähle, etwa in Badehütten am Klopeiner See oder Holzhütten. Begehrte Beute waren Werkzeug, Sportartikel und Alkoholika. Weiters gehen mehrere Sachbeschädigungen auf ihr Konto. Auch Wände wurden mit Hakenkreuzen beschmiert, und der "Komasauf-Bande" wurde Suchtmittelmissbrauch nachgewiesen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden rauchfertiges Cannabiskraut, 250 Gramm Cannabissamen sowie eine kleine Zimmerplantage sichergestellt. Der Zeitraum der Straftaten liegt zwischen 2006 und 2009. Die 16 Jugendlichen, sie sind jetzt zwischen 16 und 19 Jahre alt, wurden bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt auf freiem Fuß angezeigt.

Langeweile als Motiv

Die Burschen aus Unterkärnten, es handelt sich um Lehrlinge und Schüler, stammen laut Polizei aus geordneten Familienverhältnissen. Bei den Einvernahmen waren alle Beschuldigten geständig. Als Motiv für die Taten wurde immer wieder Langeweile angegeben. "Und sie sagten auch, dass sie einfach cool sein wollten", sagt ein Ermittler. Die Homepage des "Gallizianer Komasauf-Clubs" wurde inzwischen vom Netz genommen. Und der Club wurde von den Jugendlichen in "Gallizianer Street-Elite" umbenannt. Auf der neuen Homepage hält sich die Gruppe betont bedeckt. Es gibt auf dieser keine Fotos und keine Namen mehr.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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