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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2010 um 20:15 UhrKommentare

Hunde-Gesetze ohne Biss

Nach der tödlichen Rottweiler-Attacke auf eine 78-jährige Frau wird der Ruf nach einem Verbot gefährlicher Hunderassen immer lauter. Inzwischen ist jedoch fix: Der Hundeführerschein kommt.

Foto © APA | DPA

Eine betagte Frau von ihren eigenen Hunden zu Tode gebissen; ein einjähriges Mädchen vom Familienhund getötet: zwei Fälle aus jüngster Zeit. Zwei Fälle, die eine immer wiederkehrende Debatte neu vom Zaun brechen. Und die in die Frage mündet: Sollen Kampfhunde verboten werden?

Ja, fordern die einen, während andere das Wort gar nicht in den Mund nehmen wollen. Die Nation ist gespalten, und das ist in diesem Fall keine Übertreibung. Da Tierschutz und Tierhaltung Landessache sind, gelten quer durch Österreich unterschiedliche Gesetze. Sehr streng ist Vorarlberg, das seit 1992 das Halten von Kampfhunden regelt, worunter ein Dutzend Rassen bzw. Kreuzungen mit diesen fallen. Allerdings, kritisiert Landesveterinär Erik Schmid, sei das Gesetz totes Recht. Denn wie weit die Meldepflicht kontrolliert werde, hänge stark vom Umgang der Gemeinden mit dem Thema ab.

Verbot sinnvoll?

Auch in Niederösterreich, wo es zuletzt zu den Rottweiler-Attacken gekommen ist, kennt das Gesetz keine Kampfhunde, sondern "Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial". Acht Rassen sind dort angeführt, für die ihre Halter einen Hundeführerschein machen und höhere Abgaben leisten müssen. Im Akutfall kann die Polizei das Tier beschlagnahmen. Wien wird die Frage nach einem Führerschein für Kampfhundehalter Mitte des Monats in einer Volksbefragung stellen. In anderen Ländern wie Kärnten und Oberösterreich sind neue Regeln in Diskussion oder bereits in Planung - wie in der Steiermark.

Walter Kröpfl, SPÖ-Klubobmann, ist im Team rund um die Planung des "Sachkundenachweises" (Hundeführerschein). Mit Tierärzten und Hundetrainern wurde bereits heftig diskutiert, ob es Sinn habe, einen Katalog der "Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial" zu erstellen oder die Haltung dieser Rassen gar zu verbieten. "Die Experten sind sich einig. Es gibt keine gefährlichen Hunde. Es gibt nur gefährliche Hundehalter. Hunde werden durch falsche Haltung zum Problemfall. Deswegen ist es wichtig einen Sachkundenachweis einzuführen", so Kröpfl. Das Thema wird im März im Landtag eingebracht. "Ich denke, dass der Nachweis noch im Frühjahr kommen wird."

HANNES GAISCH, CARMEN OSTER, PETRA PRASCSAICS

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