Ein Abend wider das Vergessen
Beim ersten Kärntner Holocaust-Gedenktag in Wolfsberg erinnerte man sich an die Millionen Opfer des Nazi-Regimes.

Foto © FindenigEine Ausstellung erinnert an die Gräueltaten an Kindern
Weltweit wurde am Mittwoch der Befreiung der Juden aus dem Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau vor 65 Jahren gedacht - heuer erstmals auch in Kärnten. Die österreichischen Freunde von Yad Vashem, der israelischen Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, und die Stadt Wolfsberg luden ins
Rathaus der Gemeinde ein. Rund 150 Besucher kamen. "Der Abend steht unter dem Titel ,Erinnern, nicht vergessen', denn so etwas wie im Holocaust darf nie wieder geschehen", sagte Arik Ravon, Yad Vashems Direktor für deutschsprachige Länder. Ravon gab Einblicke in die Gedenk- und Forschungsstätte in Jerusalem und ihr Archiv, in dem bis dato rund 3,8 Millionen ermordete Juden registriert sind.
Erinnerung weitergeben
Dass es wichtig sei, die Erinnerungen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, betonte Günther Schuster, Vorsitzender der österreichischen Freunde von Yad Vashem: "Es treten immer wieder Menschen auf, die die Geschichte leugnen. Wir haben die Pflicht, uns zu erinnern."
Im Rahmen des Gedenktages wurde auch die Wanderausstellung "No Child's Play - kein Kinderspiel" eröffnet, die den 1,5 Millionen im Holocaust ermordeten Kindern gewidmet ist. Mahnende Worte fand Universitätsprofessor Peter Gstettner. "Im Gegensatz zu Klagenfurt hat Wolfsberg mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit begonnen", so Gstettner, der Wolfsberg als ehemalige "Speerspitze des Nationalsozialismus" bezeichnete.
Als prominente Besucher fanden sich neben anderen Prinz Wolfgang von und zu Liechtenstein und der Grünen-Gemeinderat Ulrich Habsburg-Lothringen ein. Habsburg-Lothringen wird Ende Februar die Präsidentschaft der Kärntner Landesgruppe der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft übernehmen.












