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Zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 um 17:39 UhrKommentare

Kampf gegen die Mafia: Italien hat die Paten im Visier

Sonderplan gegen das organisierte Verbrechen sieht unter anderem Maßnahmen gegen Giftmüll-Handel und Schutzgelderpessung vor. Eigene Agentur soll alle von der Mafia konfiszierten Güter verwalten.

Foto © Alec Maharad - Fotolia.com

Der italienische Ministerrat hat am Donnerstag einen Sonderplan zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens verabschiedet. Der Plan sieht unter anderem Maßnahmen zur Bekämpfung der finanziellen Interessen der Mafia vor. Stärkere Kontrollen sollen verhindern, dass von der Mafia unterwanderte Unternehmen Zugang zu öffentlichen Bauaufträgen erhalten.

Giftmüll-Handel und Schutzgelderpressung

Hinzu werden Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Giftmüll ergriffen, mit dem das organisierten Verbrechens Gewinne in Millionenhöhe macht. Schutz ist für Unternehmer und Kaufleute vorgesehen, die der Mafia Schutzgeld zahlten und ihre Erpresser anzeigen. Außerdem will Italien eine stärkere internationale Zusammenarbeit mit anderen Ländern im Kampf gegen die Mafia fördern.

Kernelement des Plans ist die Gründung einer nationalen Agentur, die alle von der Mafia konfiszierten Güter verwalten wird. Gesellschaften, Grundstücke und Häuser, die der Mafia beschlagnahmt werden, sollen von dieser neu eingerichteten Agentur verwaltet werden, die ihren Sitz in der süditalienischen Stadt Reggio Calabria haben wird. Die Agentur wird garantieren, dass diese nicht wieder in die Hände der Mafia geraten.

Kampf gegen Schwarzarbeit

Der Ministerrat, der erstmals in der republikanischen Geschichte Italiens in Reggio Calabria tagte, ergriff auch Maßnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in Süditalien. Kontrollen sollen demnächst in 20.000 Landwirtschafts- und Bauunternehmen durchgeführt werden. Damit will man unter anderem Fälle wie jene in der kalabresischen Kleinstadt Rosarno vorbeugen, wo es vor zwei Wochen zu rassistischen Unruhen zwischen Einheimischen und den afrikanischen Saisonarbeitern gekommen war, die massiv in der süditalienischen Landwirtschaft eingesetzt werden. 550 zusätzliche Inspektoren sollen die Kontrollen gegen die Schwarzarbeit durchführen.


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