Soko Alu: Razzia bei Schrott-Mafia
Polizei durchsucht 90 Wohnungen in Deutschland, Österreich, Slowenien und der Schweiz. Verbindungen zu Tatorten in Kärnten werden geprüft. Schaden in Millionenhöhe.

Foto © Weichselbraun
Seit Jahren schlagen Handlanger der internationalen Schrott-Mafia in Kärnten zu. In regelmäßigen Abständen verschwinden von den Lagerplätzen der Buntmetallhändler tonnenweise Metalle. Die Bandbreite der sperrigen und schweren Beute reicht von ausgedienten Alu-Leitschienen bis zu großen Kabeltrommeln. Hier wird der Kupferdraht vor dem Abtransport sogar noch aus den Ummantelungen gelöst.
24 Verdächtige verhaftet
Jetzt scheint der Polizei ein entscheidender Schlag gegen eine weit verflochtene kriminelle Organisation gelungen zu sein. 90 Wohnungen in Deutschland, Österreich, Slowenien und der Schweiz wurden durchsucht. 24 Tatverdächtige sind nach einem Bericht der Münchner "Abendzeitung" in Haft. Darunter auch ein deutscher Ex-Staatsanwalt, der für die Schrott-Mafia als Rechtsberater gearbeitet haben soll. Den Tatverdächtigen wird unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und bandenmäßige Umsatzsteuerhinterziehung im großen Umfang vorgeworfen. Die Diebe und Transporteure arbeiten für ihre Auftraggeber zu fixen "Honoraren" in der Höhe von wenigen 100 Euro. Dafür tragen sie das volle Risiko, erwischt zu werden. Im Kärntner Landeskriminalamt verfolgen die Ermittler der Gruppe "Einbruch/Diebstahl" mit großem Nachdruck die jüngsten Entwicklungen.
Ob es Querverbindungen der nunmehr Verhafteten zu Tatorten in unserem Bundesland gibt, muss erst geklärt werden. Durch die in den letzten Jahren sehr hohen Buntmetallpreise am Weltmarkt ist das Geschäft mit Schrott zu einem lukrativen Millionengeschäft geworden.











