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Zuletzt aktualisiert: 06.01.2010 um 17:27 UhrKommentare

Händler betrog Kunstfreunde um eine Million Dollar

Die Kunsstfälschungen hat der Händler in Europa bestellt. "Ich brauche ein paar P's" schrieb er, wenn er gefälschte Picasso-Striche oder Radierungen wollte. Mindestens 250 Käufer hat er durch Verkäufe übers Internet betrogen.

Foto © APA

Ein 57-jähriger Internet-Händler hat mit dem Verkauf gefälschter Druckgrafiken von Picasso oder Chagall mehr als eine Million Dollar erschwindelt. Der 57-jährige Michael Z. aus Chicago gab am Dienstag zu, mindestens 250 Käufer betrogen zu haben. Nach einer Vereinbarung mit dem Staatsanwalt steht das erste von insgesamt sieben Verfahren in diesem Fall vor dem Abschluss.

Die gefälschten Radierungen oder Stiche wurden in Spanien und Italien produziert, gingen zu Preisen von 1.000 bis 1.500 Dollar in die USA und wurden dann für ein Vielfaches im Internet weiterverkauft. Bei den Druckgrafiken wurden sowohl die Signatur des Künstlers als auch Echtheitszertifikate gefälscht.

Verkauf über eBay

"Ich brauche ein paar P's", schrieb Z. an seine Quelle für gefälschte Picassos in Italien. Wenn es Bedarf an der Popart-Kunst von Roy Lichtenstein gab, schrieb er: "Ich brauche ein paar L's." Im Sommer 2004 kaufte der Händler acht gefälschte Chagall-Drucke für 20.000 Dollar, "die er für nicht weniger als das Dreifache weiterverkaufte", wie aus dem Deal hervorgeht, den der Angeklagte mit dem Staatsanwalt vereinbarte und der dem Richter vorgelegt wurde. Z. gab auch zu, Fälschungen mit anderen Händlern getauscht zu haben.

Der 57-Jährige ist eine von sieben Personen, die im März 2008 angeklagt wurden. Sein Fall soll als erster zum Abschluss gebracht werden. Das Strafmaß für diese Art von Betrug reicht von einer Geldstrafe von 250.000 Dollar (173.100 Euro) bis zu 20 Jahren Gefängnis. Als wahrscheinlich gilt jetzt eine Strafe von zehn bis 13 Jahren. Richter Dow setzte die Urteilsverkündung für den 23. März an.

Z. gestand 280 Verkäufe von gefälschter Kunst über das Online-Portal eBay, wo er mit eigenen Unternehmen auftrat. Als einige Käufer erkannten, dass es sich um eine Fälschung handelte, schickten sie die Ware zurück. Z. erklärte in seinem Geständnis, dass er dann ein paar Monate gewartet habe und die Fälschungen an einen anderen Interessenten verkauft habe.


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