Adamovich gesteht Fehler ein
Ludwig Adamovich, ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofs und Vorsitzender der Evaluierungskommission in der Causa Kampusch, hat zugegeben, dass er gewisse Aussagen nicht hätte machen dürfen.

Foto © APALudwig Adamovich
Er habe zugegeben, dass er einige seiner Aussagen zum Fall "als Jurist so nicht hätte sagen dürfen", erklärte Adamovich laut einer "News"-Vorausmeldung.
Im Besonderen meint Adamovich jenes Interview, in dem er die Vermutung geäußert hatte, Natascha Kampusch wäre es in der Zeit ihrer Gefangenschaft "womöglich allemal bessergegangen als in der Zeit davor". Der Jurist ist für diese Aussage am 24. Dezember nach einer Klage von Natascha Kampuschs Mutter Brigitta Sirny zu einer teilbedingten Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Der 77-Jährige hat gegen diese Entscheidung volle Berufung angemeldet.
Eine eigene Grube gegraben
"Ich habe mir mit dieser Formulierung meine eigene Grube gegraben", wird Adamovich in "News" zitiert. Der Jurist meine aber auch, dass "ein Feldzug" gegen seine Person geführt werde, hieß es in der Vorausmeldung. Im übrigen bleibe er dabei, dass der Entführer Wolfgang Priklopil Mittäter gehabt hätte, und sei überzeugt, dass es noch weitere Anklagen in dem Fall geben werde. Die Namen der Betroffenen könne er allerdings jetzt noch nicht nennen.
Kommenden Freitag werden bei einer Pressekonferenz im Wiener Justizpalast die Ergebnisse der "weiterführenden Ermittlungen" der Staatsanwaltschaft im Fall Kampusch präsentiert. Zentrale Figur war dabei Ernst H., ehemals enger Freund von Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil. Er wird in der Causa als Mitbeschuldigter geführt. Die Oberstaatsanwaltschaft muss unter anderem entscheiden, ob das Verfahren gegen ihn eingestellt wird oder nicht.
Offene Fragen
Nachdem die Akte Kampusch knapp drei Monate nach der Flucht der heute 21-Jährigen und dem Selbstmord ihres Entführers Wolfgang Priklopil im August 2006 geschlossen worden war, nahm man die Ermittlungen Ende Oktober 2008 erneut auf, um offene Fragen zu klären. Die als Zehnjährige auf dem Schulweg entführte Natascha Kampusch wurde dazu mehrere Stunden befragt.
Die nächste Sitzung der Evaluierungskommission soll am Montag kommender Woche stattfinden. Bis dahin will Adamovich, wie er am 24. Dezember angekündigt hatte, entschieden haben, ob er als Vorsitzender des Gremiums zurücktritt.











