"Brautleute" flogen aus dem Magistrats-Büro
Nach Protestaktion gegen das Vorgehen der Stadt Klagenfurt bei der "Homo-Ehe": Bürgermeister sucht nach Alternativen.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun
Das war aber nicht ausgemacht", musste Ernst Maier etwas baff feststellen, als sein Büro in der Kumpfgasse von einem Brautpaar gestürmt wurde. Das Paar aus zwei Bräuten gehörte zu den Demonstranten der Grünen Andersrum und des Vereins "femme goes queer", die Dienstag Vormittag vor der Abteilung für Bevölkerungswesen protestierten.
Etwa 30 Personen waren dem Aufruf zum "Protestheiraten" gefolgt und haben sich teilweise in Hochzeitskleidung vor dem Amt postiert. Sie forderten, dass die neue eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle in einem feierlichen Rahmen oder am Standesamt stattfinden kann und nicht nur als "reiner Formalakt" vor der Bezirksverwaltungsbehörde abgehandelt wird, wie es die Stadt Klagenfurt vorschreibt.
Bei der Besichtigung des Büros von Abteilungsleiter Ernst Maier, der die "Homo-Ehe" dort abwickeln wird, wurde es auf zweierlei Weise eng: Schon die Medienvertreter hatten kaum Platz in dem knapp 17 Quadratmeter großen Raum. Die beiden Aktivistinnen in den Brautkleidern wurden von Maier dann aber hinausgeworfen. "So ein Auftritt war nicht vereinbart. Die Medienleute durften für Dokumentationszwecke die Räumlichkeit betreten, andere Personen waren nicht zugelassen", rechtfertigt sich Maier.
Die Demonstranten zogen "unverheirateter" Dinge ab und übergaben dem Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider eine Petition mit ihren Forderungen. Ganz kalt scheint die Aktion den Stadtchef nicht gelassen zu haben: In einer Aussendung kündigt Scheider an, den Forderungen entgegen zu kommen. "Wir überprüfen angemessene Alternativen zu den Büros des Bevölkerungsamts", so Scheider.













