Mehr als 95 Tote bei Anschlag während Volleyballspiel
Ein Attentäter sprengte sich während eines Volleyballspieles in die Luft. Mehr als 20 umliegende Häuser seien bei der Detonation der Autobombe eingestürzt, mindestens 88 Menschen gestorben. Auch drei Extremisten sind unter den Toten.

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Bei einem verheerenden Selbstmordanschlag auf einen Sportplatz in Pakistans unruhiger Nordwest-Grenzprovinz sind am Neujahrstag mindestens 95 Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Kinder. Dies berichtete die pakistanische Zeitung "The Nation" am Samstag (Ortszeit) im Internet. Mehr als 100 weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es unter Berufung auf Polizei- und Krankenhausangaben. Die Angaben über die Anzahl der Todesopfer waren im Verlauf der Stunden nach dem Attentat stetig gestiegen,
Der Täter hatte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug neben dem Sportplatz im Distrikt Lakki Marwat zur Explosion gebracht. Den Angaben zufolge hatten sich dort Hunderte Menschen zu einem Volleyballspiel versammelt. Mehrere umstehende Gebäude seien schwer beschädigt worden, drei Ladengeschäfte seien zerstört worden, berichtete die Polizei. Sicherheitskräfte machten radikal-islamische Extremisten für die Tat verantwortlich. Bisher hat sich keine Gruppe zu der Tat bekannt. Die Dorfbewohner hatten den Angaben nach eine Anti-Taliban-Miliz gegründet und waren deshalb offenbar ins Visier des Attentäters geraten.
Auge um Auge
Der Distrikt grenzt an die Taliban-Hochburg Süd-Waziristan. In dem Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan führt das pakistanische Militär seit Mitte Oktober ein Großoffensive gegen Taliban-Kämpfer und Al-Kaida-Terroristen. Dabei wurden nach Angaben der Armee bisher mehr als 600 Extremisten getötet. Im Gegenzug verüben die Aufständischen landesweit immer wieder blutige Anschläge gegen Einrichtungen der Sicherheitskräfte und zivile Ziele, bei denen in den vergangen zwei Monaten mehr als 500 Menschen ums Leben kamen.
Erst vor zwei Wochen starben bei einem Selbstmordanschlag auf einen Regionalpolitiker in der ostpakistanischen Stadt Dera Ghazi Khan etwa 30 Menschen. In der Metropole Lahore wurden Anfang Dezember mindestens 30 Menschen getötet und 100 weitere verletzt, als in einer belebten Einkaufsstraße zwei Sprengsätze explodierten. Wenige Tage zuvor starben 40 Menschen bei einem Anschlag auf eine Moschee der Streitkräfte in Rawalpindi. Der bisher blutigste Anschlag mit mehr als 100 Toten ereignete sich Ende Oktober auf einem Basar in Peshawar, der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz.
Attentate auf Sportveranstaltungen in Pakistan waren bisher äußerst unüblich. Allerdings haben die Taliban kürzlich verstärkt Märkte und andere Orte attackiert, an denen sich viele Zivilisten aufhalten. Bei einem Besuch in der Stadt im Südwesten des Landes sagte Innenminister Rehman Malik, die bewaffneten Gruppen schadeten Pakistan. "Sie sind Söldner. Sie sind Feinde Pakistans, sie sind Feinde des Islam." Aus Wut greifen seit geraumer Zeit deshalb immer mehr Zivilisten zu Waffen und gründen Milizen, die den Taliban die Stirn bieten sollen.











