Mutmaßlicher Attentäter verfügte über US-Visum
Den Haag: US-Behörden gaben vor Start Grünes Licht für Passagierliste - Ermittlungen auch in Großbritannien und Nigeria.
Der mutmaßliche Attentäter, der einen Sprengsatz in einer vollbesetzten US-Passagiermaschine zünden wollte, verfügte nach Angaben der niederländischen Anti-Terror-Behörde NCTB über ein gültiges Visum für die USA. Der junge Nigerianer sei von Lagos nach Amsterdam geflogen und habe dort einen Anschlussflug nach Detroit genommen, teilte die Behörde am Samstag mit. Nach ersten Ermittlungen habe die Fluglinie Northwest Airlines vor dem Abflug in Amsterdam-Schiphol vorschriftsmäßig eine Liste mit den Angaben der Passagieren an die US-Behörden weitergeleitet und daraufhin von diesen die Erlaubnis zum Start erhalten.
Laut NCTB erfolgte am Flughafen Amsterdam-Schiphol zudem eine Sicherheitskontrolle, die "nach ersten Ermittlungen den Vorschriften entsprechend durchgeführt wurde". Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass "potenziell gefährlich Gegenstände, die mit den heutigen Sicherheitstechnologien schwer zu finden sind", mit an Bord gebracht worden seien.
Die britischen Behörden gingen indes den Spuren des mutmaßlichen Täters in London nach. Der 23-jährige Nigerianer soll nämlich zwischen 2005 und 2008 am University College London Maschinenbau studiert haben. Scotland Yard befragte Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen und durchsuchte mehrere Häuser, darunter auch die Wohnung, in der während des Studiums lebte. Premierminister Gordon Brown sprach von einer "ernsthaften möglichen Bedrohung" und wolle weitere Maßnahmen ergreifen, falls dies erforderlich sei.
Auch die nigerianischen Behörden leiteten Ermittlungen ein, um die Identität des Mannes zu prüfen, der nach Medienberichten Abdul Faruk Abdulmutallab heißen soll. Die nigerianische Informationsministerin Dora Akunyili verurteilte den versuchten Anschlag und versprach den US-Behörden bestmögliche Kooperation. "Wir betonen sehr deutlich, dass wir als Nation jede Form von Gewalt verabscheuen", sagte Akunyili. Die Flughafenbehörde in Nigeria erklärte, alle Reisenden und ihr Gepäck seien vor dem Start überprüft worden. Das Vorgehen entspreche den Sicherheitsstandards. Dies habe die US-Verkehrssicherheitsbehörde (TSA) erst im November bestätigt.
Der 23-Jährige hatte am Freitag nach Zeugenaussagen versucht, kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz in einer Maschine der Northwest Airlines zu zünden. Mitreisende überwältigten den Mann.










