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Zuletzt aktualisiert: 25.12.2009 um 20:43 UhrKommentare

Sechs Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger in Bagdad

Bei einem neuen Bombenanschlag auf schiitische Pilger sind am Freitag in der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens sechs Menschen getötet und 17 verletzt worden.

Foto © AP

Die Pilger nahmen an einer Prozession anlässlich des Ashura-Festes teil, mit dem die Schiiten des Todes von Imam Hussein gedenken. Bei weiteren gewaltsamen Zwischenfällen vor allem im Nordirak kamen seit Donnerstagabend elf Menschen ums Leben, bei Mossul gerieten Christen und Gläubige der Schabak-Religion aneinander.

Der Anschlag ereignete sich im Schiitenviertel Sadr City der Hauptstadt, teilte die irakische Regierung mit. Die meisten Opfer seien Kinder gewesen. Bei einer weiteren Explosion im schiitischen Stadtteil Shamaiya kam ein Zivilist ums Leben, vier weitere Passanten wurden verletzt.

Das Ashura-Fest erreicht in drei Tagen seinen Höhepunkt. Es erinnert an den Tod des Propheten-Enkels Hussein in der Schlacht von Kerbala im Jahr 680. Damals wurde die Spaltung der islamischen Glaubensgemeinschaft in Sunniten und Schiiten besiegelt. Im Irak wurden die religiösen Prozessionen der Schiiten zum Ashura-Fest nach dem US-Einmarsch im Jahr 2003 immer wieder zu Zielen von blutigen Anschlägen sunnitischer Extremisten.

In der nordirakischen Stadt Tal Afar tötete am Freitag eine Autobombe drei kurdische Peschmerga-Milizionäre. Zehn weitere Männer wurden verletzt, als ihre Streife das mit einer Sprengladung präparierte Fahrzeug passierte, berichtete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Gleich mehrere gewaltsame Zwischenfälle ereigneten sich im Umkreis des nordirakischen Mossul (Mosul). Im Westen der Stadt erschossen Unbekannte drei Volkszähler. Beim Bombenanschlag auf eine Polizeipatrouille im Zentrum Mossuls wurde ein Zivilist getötet.

Im nordirakischen Kirkuk wurde in der Nacht auf Freitag ein Beamter des Energieministeriums aus einem vorbeifahrenden Auto heraus erschossen. Im nahegelegenen Shirqat eröffneten Bewaffnete das Feuer auf einen Kontrollposten einer regierungstreuen Miliz. Ein Mensch starb. An der Grenze zu Syrien wurde mit einem ferngezündeten Sprengsatz ein Anschlag auf bewaffnete Kurden verübt, bei dem einer der Kurden getötet und 15 verletzt wurden.

In der Nähe von Mosul wurden sechs Menschen in einer Auseinandersetzung zwischen Christen und Schabak verletzt. Die Christen verbarrikadierten sich in der Kirche von Bartala, als die Angehörigen der aus dem schiitischen Islam hervorgangenen Glaubensgemeinschaft angriffen. Irakische und kurdische Sicherheitskräfte mussten eingreifen, um die Ordnung wieder herzustellen. Zum Konflikt war es gekommen, nachdem sich unter den Schabak das Gerücht verbreitet hatte, dass die Christen ein Plakat des schiitischen Märtyrers Hussein von der Wand gerissen und darauf herumgetrampelt hätten.

In Kirkuk sagten die christlichen Gemeinden zu Weihnachten sämtliche kirchliche Gottesdienste und öffentliche Feiern ab. Den Schritt begründeten sie mit der prekären Sicherheitslage.


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