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Zuletzt aktualisiert: 25.12.2009 um 11:57 UhrKommentare

Wetter gab es 2009 kalt-warm

Laut dem Jahresrückblick der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), den sie am Freitag veröffentlichte, prägten große Temperaturgegensätze das Jahr.

Foto © Weichselbraun, AP, Montage

Im Sommer folgten einem massiven Kaltlufteinbruch die wärmsten Tage des Jahres und im Dezember beendete das Weihnachtstauwetter eine frühe Kälteperiode. Herausragend waren ebenfalls die Niederschlagsmengen, besonders im Nord- und im Südosten des Landes.

Neben punktuellen Stunden-, Tages- oder Monatsrekorden wurden einzelne neue Jahresrekorde der Niederschlagsmenge aufgestellt. Ebenso gab es beim Schnee große Unterschiede: Starke Schneefälle entlang der Alpennordseite sorgten sowohl im Februar und März als auch im Oktober für große Schneehöhen. Gleichzeitig führten ausgesprochen milde Temperaturen im Frühsommer sowie im November für massive Schneeschmelze. Das Sonnenjahr 2009 verlief in fast allen Orten dem vieljährigen Mittel entsprechend.

Langenlois (NÖ) erreichte mit 180 Prozent (800 mm) des mittleren Niederschlags sowohl den ersten Platz in der Jahresstatistik aller ZAMG-Messstationen als auch die höchste Jahresniederschlagssumme seit Beginn der Messungen 1965. Neben Langenlois lagen die Stationen St. Pölten (165 Prozent, 1.040 mm), Tulln/Langenlebarn (160 Prozent, 900 mm) und die Wiener Innenstadt (153 Prozent, 840 mm) im Jahr 2009 in der niederschlagsreichsten Region Österreichs. Dass es 2009 zu keinen großräumigen Überflutungen wie 2002 kam, lag daran, dass sich die überdurchschnittlichen Niederschläge relativ gleichmäßig über viele Monate verteilten. Die Hauptbeiträge lieferten jedoch die Monate Juni und Juli 2009 mit teils heftigen Gewittern. Zu dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Überschwemmungen und Vermurungen.

Rekordniederschläge in Graz

Der Bogen der überdurchschnittlichen hohen Niederschläge reichte aber noch weiter vom Tullner Feld über Wien, das Mittelburgenland bis in die Südsteiermark, wo ein zweites Jahresmaximum zu finden ist. Die Station Graz Universität verzeichnete bis dato einen Jahresniederschlag von 1.196 mm (147 Prozent) und liegt damit um nur 57 mm unter dem alten Stationsrekord vom 1.253 mm aus dem Jahr 1937 der 173-jährigen Stationsgeschichte. Drei Viertel der Summe fiel dabei in den Monaten Mai bis September.

Hitzepol in Kärnten

Die Jahresmitteltemperatur lag österreichweit rund ein Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel von 1971 bis 2000 und setzte damit die seit 15 Jahre andauernde Reihe der positiven Abweichungen fort. Die relativ gesehen wärmsten Regionen mit Abweichungen von bis zu 1,5 Grad (gemessen in St. Andrä/Lavanttal, Kärnten) fanden sich in einem weiten Bogen vom Lungau über den oberösterreichischen Zentralraum zum Neusiedler See und weiter bis zum Wörthersee. Im restlichen Österreich lagen die Abweichungen meist zwischen 0,3 und 1,1 Grad.

Der übers ganze Jahr gesehen absolut wärmste Ort mit einer Mitteltemperatur von 12,5 Grad Celsius war die Wiener Innenstadt. Die absolut höchste Temperatur im Kalenderjahr 2009 wurde am 23. Juli mit 37,9 Grad in Waidhofen/Ybbs gemessen. Das andere Ende der Temperaturskala markierte am 18. Februar Seefeld in Tirol mit minus 25,2 Grad Celsius.

Zum Jahresende hin sorgte ein Kaltluftvorstoß aus Nordosten für ausgesprochen tiefe Temperaturen in Kärnten, Teilen der Steiermark sowie im Burgenland und in Niederösterreich. Kurz vor Weihnachten wurde in diesen Regionen an nicht weniger als neun Stationen die minus 20-Grad-Marke unterschritten. Auch der absolute Tiefstwert an einer ZAMG-Messstation wurde in diesen Tagen erzielt. Am 19. Dezember sank die Temperatur am 3.440 Meter hoch gelegenen Brunnenkogel auf minus 30 Grad.

Während der Jahresbeginn besonders südlich des Alpenhauptkamms sehr schneereich verlief, wendete sich das Blatt im Februar. Von Mitte des Monats bis Anfang März sorgten wiederholte Nordwestwetterlagen für intensive Schneefälle in den Nordalpen. Besonders betroffen waren einmal mehr die niederösterreichischen Voralpen sowie die nördliche Obersteiermark. In Mariazell oder in Lunz am See fielen innerhalb dieser beiden Monate über vier Meter Neuschnee, in Schoppernau im Bregenzer Wald oder auch in Seefeld waren es immerhin auch noch über 3,5 Meter Neuschnee. Auch auf den Bergen türmten sich zu Frühlingsbeginn teils sehr große Schneemengen und besonders nördlich der Alpen sorgten einzelne Kaltlufteinbrüche auch im Sommer für Schneefälle bis auf 2.000 Meter oder sogar darunter.

Am sonnigsten war es 2009 im Burgenland: In Neusiedl/See wurden bis 18. Dezember 2.119 Sonnenstunden (108 Prozent des langjährigen Mittels) registriert, gefolgt von Kleinzicken (2.118 Stunden) und Eisenstadt (2.116 Stunden). Orte mit mehr als 2.000 Stunden Sonnenschein sind ausschließlich in Osttirol, Kärnten, der Südsteiermark und dem Burgenland zu finden. Am häufigsten zeigte sich die Sonne jedoch auf der Villacher Alpe (Kärnten) mit 2.135 Stunden.


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