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Zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 um 05:01 UhrKommentare

Heute fängt der Winter an

Winter beginnt mit dem kürzesten Tag des Jahres. Weiße Weihnacht gibt's wohl nur in den Bergen und das Jahr endet mit einer Mondfinsternis.

Foto © AP/ Symbol

Ob Hochsommer, wenn die Sonne steil und heiß auf Kärnten und den Rest der Nordhalbkugel scheint, wandert die Sonne immer flacher über und unter dem Horizont dahin - bis heute, 18.47 Uhr. Dann ist auf der Südhalbkugel "Höchstsommer" und die Sonne verlagert Schein-Dauer und Wärme allmählich wieder Richtung Norden. Heute aber erleben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht - die Wintersonnenwende.

Für die Meteorologen bedeutet der Winter mehr Arbeit. "Vieles dreht sich um den Schnee, und die Winterdienste wollen wissen, ob mit Neuschnee zu rechnen ist oder die Gefahr von Bodenfrost besteht", sagt Paul Rainer. Mit ihren täglichen Standardprognosen beginnen er und seine Kollegen sicherheitshalber schon am 1. November, aber je später der Winter, desto höher die Risiken.

Auch Touristiker interessieren sich für Infos der ZAMG-Meteorologen. Sie wollen die Schneekanonen rechtzeitig in Position bringen. Außerdem verheißen winterliche Bilder aus den Web-Kameras mehr Urlauber. So kurz vor Weihnachten sind sogar Wetter-Muffel neugierig, ob die Feiertage - nach mehreren frostigen Tagen - "weiß" werden. Doch da sieht Rainer schwarz: "Es wird wechselhaft und wärmer. Am 22. Dezember kommen massive Niederschläge aus Südwesten, die den Niederungen in Oberkärnten etwas Schnee bringen können. Aber im Tagesverlauf steigt die Schneegrenze auf 1000 bis 1500 Meter."

In Unterkärnten treffen die Niederschläge später am Tag ein, "aber es ist zu befürchten, dass die Straßen wegen gefrierenden Regens sehr glatt werden. Die Leute müssen aufpassen."

Das Heiligabend-Wetter lädt zum Ausdehnen der Bescherung ein. "Null bis vier Grad in den Becken. In mittleren Höhenlagen und Tälern, wo die Luft leichter ausgetauscht wird, können es sogar plus vier, fünf Grad werden."

Himmelsbeobachter lieben Winternächte - wenn keine Wolken im Weg sind. "Bei Führungen sage ich derzeit immer: Astronomie bedeutet in der Kälte umadumstehen", sagt Manfred Posch von der Astronomischen Vereinigung Kärntens, "aber es lohnt sich!" Erstens sind die Nächte länger, zweitens ist die Luft klarer und drittens sind sehr viele der hellsten Sterne zu sehen - unter anderem das Wintersechseck.

Das Jahr 2009 verabschiedet sich übrigens mit einer netten Pointe. Posch: "Am Silvesterabend zwischen 19.52 Uhr und 20.54 gibt es eine partielle Mondfinsternis. Punkt 20.23 Uhr sind acht Prozent des Mondes vom Erdschatten gedeckt." Was das für 2010 bedeutet, dürfen dann die Silvesterparty-Gäste um Mitternacht diskutieren . . .

JOCHEN BENDELE

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