Seine Schützlinge bevölkern Pisten in aller Welt
Erik Schinegger feiert mit seinem Unternehmen auf der Simonhöhe heuer ein doppeltes Jubiläum: 35 Jahre Schi- und 30 Jahre Kinderschischule.

Foto © kk/ Schinegger
Ich sah Eltern zu, die versuchten, ihrem Sohn Franzl das Schifahren beizubringen. Irgendwann wollte der Bub nicht mehr und ein Tag, der als schöner Ausflug gedacht war, endete im Streit. Da wusste ich: Du musst was tun", sagt Erik Schinegger (62). Der St. Urbaner, der damals schon seit fünf Jahren eine Schi- und Rennschule für Erwachsene leitete, beschloss, den Eltern diese Aufgabe abzunehmen.
Dank dieses Erlebnisses feiert Schinegger heuer mit seinem Unternehmen ein doppeltes Jubiläum: 35 Jahre Schi- und 30 Jahre Kinderschischule. Aller Anfang war auch für den Profisportler, der zuvor als Erika Schinegger im alpinen Schiweltcup Erfolge gefeiert hat, schwer: "Als ich das erste Mal ein Kind unterrichtete, wusste ich nicht, wie ich das angehen soll." Den Schwerpunkt auf Kinder zu legen, hat er aber nie bereut: "Sie sind diejenigen, die später unsere Pisten bevölkern." "Bevölkern" trifft auf Schineggers Schützlinge zu - mittlerweile hat er 100.000 Kindern aus aller Welt das Schifahren beigebracht: "Eine Familie aus Brasilien war öfter hier, aber auch Kinder aus dem Irak oder den USA."
Auch Schinegger selbst musste dabei lernen, vor allem bei den Neuerungen in der Fahrtechnik: "Zuerst fuhr man im Jet-Stil, dann kam der Umsteiger und jetzt das Carven." Durch Letztgenanntes seien auch viele Snowboarder wieder aufs Schifahren umgestiegen, sagt Schinegger, in dessen Schischule auch Snowboarder Unterricht nehmen können: "Was wir leider nicht mehr anbieten, ist das Langlaufen, da es immer weniger Naturschnee und immer weniger Loipen gibt."
Auch am Team hat sich viel geändert. Zu Beginn verfügte die Schischule über drei fixe Schilehrer, zur Hochsaison war man zu siebt. Heute gehören bis zu 30 Schilehrer und zahlreiche Helfer zum Schinegger-Team. Mit Bussen wurden in den 1980er- und 90er-Jahren Kinder aus Klagenfurt auf die Simonhöhe gebracht, damit sie dort das Schifahren erlernen konnten. Bis zum jüngsten Ausbau der Schleppealm in Klagenfurt hat Schinegger auch dort Schikurse angeboten und der St. Urbaner gewährte als Erster in Österreich eine Erfolgsgarantie: "Es ist wichtig, dass die Kinder bis zum Ende der Woche Schifahren können." Dieses Ziel erreicht Schinegger unter anderem, indem er die schwächeren Kinder aus den Gruppen holt und sie zum Einzelunterricht schickt: "Sie bekommen dadurch wieder mehr Freude am Schifahren."
Schi mit Spaß
Die Schilehrer müssen daher nicht nur für eine sichere Talfahrt, sondern auch für Spaß sorgen. Dafür prädestiniert war natürlich immer der Volksmusiker, Wirt und Schilehrer Valentin Stubinger, alias "Buggl Volte". "Einmal machten wir bei Volte im Stall eine Siegerehrung, weil im Gastzimmer nicht genug Platz war. Das war so lustig und ungewöhnlich, dass die Leute heute noch davon reden." Aber auch mit kindlicher Sprache, lustigen Sprüchen oder der Goldmedaille und der Urkunde nach dem Abschlussrennen gewinne man die Herzen der Kinder. Und obwohl es damals natürlich weder Maskottchen "Simon Hoppl" noch den Schi-Drachen Tabaluga gab, habe Franzl vor 30 Jahren doch noch Freude am Schifahren gefunden, sagt Schinegger.












