Berlusconi-Angreifer in Haft genommen
Jener Mann, der Sonntag den italienischen Premier attackierte, wurde verhaftet. Massimo Tartaglia schlug Silvio Berlusconi ins Gesicht und fügte ihm einen Nasenbeinbruch zu.

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Massimo Tartaglia, der am Sonntag den italienischem Regierungschef Silvio Berlusconi in Mailand angegriffen und verletzt hat, ist nach einer mehrstündigen Befragung durch den Mailänder Staatsanwalt Armando Spataro offiziell verhaftet worden. Dies berichtete die Polizei. Tartaglia hatte den Premierminister mit einer Miniatur des Mailänder Doms für Touristen beworfen und mitten im Gesicht getroffen. Solche Miniaturen werden auf Ständen unweit des Doms verkauft. Der 42-jährige Grafiker, der seit zehn Jahren wegen psychologischer Problemen behandelt wurde, hatte auch ein ätzendes Selbstverteidigungsspray eingesteckt.
Zeugen, die sich unweit Tartaglias auf der Parteiveranstaltung in Mailand befanden, berichteten, der Mann habe vor und nach dem Angriff auf Berlusconi kein Wort gesagt. "Er befand sich hinter einer Sperre und hat aus nächster Nähe auf Berlusconi gezielt. Der Gegenstand aus Eisen, oder Stein hat Berlusconi auf die Nase und die rechte Gesichtshälfte getroffen", berichtete Gabriele Cartasegna, Leiter der Jugendbewegung der Berlusconi-Partei PDL Giovane Italia.
Nach dem Angriff verlor Berlusconi offenbar viel Blut. "Sein ganzes Hemd war voll mit Blut", erzählte sein Arzt Alberto Zangrillo. Die Ärzte berichteten, Berlusconis Nasenbein sei angeknackst, zwei Zahnplomben seien herausgesprungen, eine Wunde an der Unterlippe sei genäht worden. Der Premierminister wird auf Anraten der Ärzte die Nacht in der Mailänder San Raffaele-Klinik verbringen, in die er nach dem Angriff gebracht worden war.
Berlusconi erhielt Besuch von vier seiner fünf Kinder, von mehreren Ministern und Parteifreunden. Der Minister der mit Berlusconi verbündeten Lega Nord, Roberto Calderoli, zeigte sich besorgt. "Von den Verschwörungen gegen Berlusconi schreitet man jetzt zu den Taten. Die Regierung ist beschuldigt worden, populistisch und faschistisch zu sein, jetzt sehen wir aber auf welcher Seite die faschistische Gewalt steht". Senatspräsident Renato Schifani meinte, das friedliche demokratische Zusammenleben sei in Italien in Gefahr. "Die Politik muss sich Gedanken über das gespannte Klima der letzten Monaten machen", sagte Schifani.
Solidaritätserklärungen erhielt Berlusconi auch vom Richterverband ANM, mit dem er in den vergangenen Wochen wegen seiner Pläne zu einer umstrittenen Justizreform in Konflikt geraten war. "Ich bin mit dem Premierminister vollkommen solidarisch. Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt, die sich dem offenen Meinungsaustausch ersetzen will", erklärte der Präsident des Richterverbands ANM Luca Palamara.











