Dreifacher Lebensretter: "Ich schau' nicht weg!"
Dem Veldener Michael Struckl ist Samstagabend ein am Straßenrand taumelnder Pensionist aufgefallen. Andere Lenker fuhren weiter, doch er blieb stehen. Der Mann hätte die Nacht im Freien vermutlich nicht überlebt.

Foto © KLZ/KoscherZivilcourage ist für Michael Struckl nicht nur ein Schlagwort
Einmal ein Menschenleben zu retten ist schon ungewöhnlich. Aber der Veldener Michael Struckl (50) hat es schon drei Mal getan. In die Rolle eines Helden lässt er sich trotzdem nicht gerne drängen. Denn für ihn ist das, was er getan hat, ganz normal. "Ich kann doch nicht wegschauen - im Gegensatz zu anderen."
Der 50-Jährige befand sich Samstag gegen 17 Uhr mit seiner Familie auf dem Weg nach Hause, als ihm plötzlich am Südring in Klagenfurt ein verwirrter Pensionist auffiel. Zudem war der Mann nur leicht bekleidet. Dieses Bild ließ den Veldener nicht mehr los: "Wir haben umgedreht und das Auto beim Lakeside Park abgestellt. Weil wir den Mann nicht mehr gesehen haben, spürten wir, dass etwas mit ihm passiert sein musste." Mit einer Taschenlampe erkundete der Disponent der Landesalarm- und Warnzentrale die Umgebung.
Über Böschung gestürzt
Sein Bauchgefühl täuschte ihn nicht: Der Pensionist war über eine rund 3,5 Meter hohe Böschung gestürzt und hatte sich dabei verletzt. "Er war völlig entkräftet, konnte nicht einmal mehr um Hilfe rufen, und war bereits unterkühlt", sagt Struckl. "Die Unglücksstelle ist außerdem von der Straße nicht einsehbar." Seine Frau und sein Sohn deckten den Mann - der nicht alkoholisiert war - zu, setzten ihn auf und alarmierten die Einsatzkräfte. Der Pensionist wurde ins Krankenhaus gebracht. Er hatte vermutlich unbemerkt das Altersheim verlassen. Mittlerweile befindet er sich auf dem Weg der Besserung. Eine Nacht im Freien hätte er wohl nicht überlebt.
Struckl kritisiert die Gleichgültigkeit anderer Autolenker. "Der Mann ist sicher schon länger desorientiert am Straßenrand unterwegs gewesen. Aber keiner ist stehen geblieben. Jeder schaut nur weg. Für mich ist das unvorstellbar!"
Aller guten Dinge sind drei: Bereits vor einigen Jahren rettete der Veldener zwei Menschen das Leben. Er organisierte nach einem Verkehrsunfall für zwei Schwerstverletzte mitten in der Nacht einen Rettungsflug. Dafür erhielt er später auch das Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner).











