Die Kärntner sind im Goldrausch
Großer Andrang auf die Klagenfurter Filiale des Goldhändlers Ögussa. Die Kunden verkaufen Uhren, Ringe und Armbänder.

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In der Ögussa-Filiale am Klagenfurter St. Veiter Ring ist in diesen Tagen die Hölle los. "Manchmal stehen die Kunden bis auf den Parkplatz hinaus", erzählt Filialleiterin Sonja Müller. Die gelernte Goldschmiedin ist seit zehn Jahren im Geschäft, aber so etwas hat sie bisher noch nicht erlebt: Die Leute machen alles zu Geld, was aus Edelmetall erzeugt wurde: Halsketten, Ringe, Uhren und Münzen. Der Goldhändler Ögussa hat Filialen in allen Bundesländern und kauft dort die Bestände an Edelmetall auf. Die werden in Wien eingeschmolzen und zu reinem Gold verarbeitet.
Kunden dafür sind Goldschmiede, Zahnärzte und die Industrie. Den aktuellen Ansturm hat der extrem hohe Goldpreis ausgelöst. Kostete ein Kilo des Edelmetalls im Jahr 1999 noch 7800 Euro ist der Preis bis zum gestrigen Tag auf das historische Hoch von 25.146 Euro angestiegen. Das ist allerdings der Verkaufspreis von reinem Gold. Bruchgold, das der Kunde zur Ögussa bringt, erzielt derzeit einen Preis von 11.253 Euro.
42 Euro Gewinn fürs Warten
Gerade steht eine ältere Dame im Pelz am Schalter. Sie kramt in der Tasche nach ihren Schätzen, legt mehrere Armreifen, einen Ring und eine Halskette auf das Pult. Besonders stolz ist sie auf den Ring, den sie schon im Vorjahr hat schätzen lassen. Damals war er 193 Euro Wert. Sonja Müller legt ihn auf die Waage und sagt: "235 Euro". Da erscheint ein Lächeln auf dem Gesicht der Dame: "Das hat sich ausgezahlt. 42 Euro Gewinn für's Warten." Jetzt will sie noch wissen, wie viel der "Brillant" in der Fassung wert ist.
Da folgt die große Enttäuschung: "Das ist ein Zirkonia und kein Brillant. Der ist überhaupt nichts wert." Trotzdem geht die Frau zufrieden nach Hause. Sie hat für die alten Schmuckstücke, die "sowieso nur in der Schatulle liegen" einen Preis von 355,29 Euro erzielt. Wer in der Ögussa Edelmetall verkaufen will, muss sich mit einem amtlichen Dokument ausweisen. Müller: "Damit beugen wir der Hehlerei vor."











