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Zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 um 22:25 UhrKommentare

30 Euro kostet ein Wunder in Mosambik

In Mosambik, einem der ärmsten Länder der Welt, wird Menschen das Augenlicht und damit das Leben gerettet, weil Österreicher dafür spenden.

Foto © APA

Ein Augenblick in Mosambik. Ein Moment des Wiedersehens, mit dem Paolo Paliura (59), den wir bis zu seiner Hütte in Chiqueque, bis zu seiner Familie, begleitet haben, nicht mehr gerechnet hatte. Denn der Bauer war allmählich erblindet. Erst auf einem Auge, dann auf dem anderen. Hätte er nicht von Nachbarn erfahren, dass bald Menschen kämen, die ihm helfen können, so wäre das vermutlich sein Todesurteil gewesen. Denn in dem Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, überlebt kaum jemand, der nicht arbeiten kann.

Paolo Paliura kann wieder sehen, weil jemand in Österreich das Geld für die Operation an die Hilfsorganisation "Licht für die Welt" überwiesen hat. Rund 30 Euro kostet der Eingriff gegen den Grauen Star - eine Krankheit, die weltweit die häufigste Ursache für den Verlust des Augenlichtes ist. Sie führt zu einer Trübung der Augenlinse. Behoben wird sie, indem die geschädigte durch eine künstliche Linse ersetzt wird.

Margarida Chagunda ist eine Augenärztin, die diese - und weit schwierige - Eingriffe für "Licht für die Welt" vornimmt. Sie operiert vor allem im Krankenhaus der Stadt Beira, wohin immer mehr Patienten kommen, seit sich herumspricht, dass ihnen dort geholfen wird. "Traditionelle Ärzte behandeln Augenleiden mit Urin oder Sand", erzählt die 34-Jährige "meist richten sie damit irreparable Schäden an".

Warten auf Hilfe

Chagunda und ihr Kollege, der Äthiopier Assegid Aga Roba operieren aber auch in Buzi, in einem kleinen, sehr, sehr einfachen Krankenhaus, in dem sie oft improvisieren müssen, weil der Strom ausfällt, weil es kaum sauberes Wasser gibt. Die Patienten, die via Radio oder in der Kirche davon erfahren, wann die Ärzte kommen, werden überall in der Provinz Sofala abgeholt. In Guara Guara etwa, wo sich die Leute vor der Rot-Kreuz-Station im Schatten der Bäume drängen - und dann, als die Mediziner endlich da sind, in einer langen Reihe zur Erstuntersuchung anstellen. Bereit, gleich in den Bus einzusteigen und mitzufahren in die Klinik. In der Hoffnung, dass wieder Licht in ihr Leben kommt.

"Ein Wunder", ruft Marceta Ndafi aus, als ihr Dr. Assegid nach der Operation die Augenbinde abnimmt. Als sie plötzlich wieder sieht. Noch kann die Witwe, die gar nicht weiß, wie alt sie ist, kaum fassen, dass sie wieder arbeiten können wird. Weiter leben. Für 30 Euro, die sie selbst nie aufbringen hätte können.

ELISABETH PEUTZ

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