Naturschutzgebiet-Kontroverse: Kirche wehrt sich gegen Vorwurf
Land verdächtigt Gurker Domkapitel, es würde Schotterabbau einem Natura 2000-Gebiet vorziehen. Diözese: "Wurden gar nicht informiert."

Foto © kkBuchenwald und das Schloss Mansberg
Das Natura 2000 Gebiet Elsgraben-Mansberg in Mittelkärnten soll Kärntens größtes Natura 2000-Schutzgebiet in Tallagen werden. Damit das 2000 Hektar große Areal mit den geschützten Hainsimsen-Buchenwäldern nach Brüssel nominiert werden kann, müsse erst die Kirche ins Boot geholt werden, hatte Naturschutzreferent Uwe Scheuch bei einer Pressekonferenz angemerkt.
Scheuch verdächtigte das Gurker Domkapitel, das 400 Hektar Buchenwald in der Kernzone besitzt, aus finanziellen Gründen einen künftigen Schotterabbau einem Naturschutzgebiet vorzuziehen. "Die Kirche konnte nicht zustimmen, weil sie bis jetzt nicht informiert wurde", reagierte postwendend der Umweltreferent der Diözese, Ernst Sandriesser.
Die Naturschutzabteilung habe noch keinen Kontakt mit den Kirchenvertretern aufgenommen. Im Gegenteil, Sandriesser habe sich vergeblich um einen Termin bemüht. Sechs Anfragen per e-mail blieben ohne Antwort. Die kirchlichen Grundeigentümer wüssten weder, was geplant sei, noch, wo die Grenzen des Natura 2000-Gebietes verlaufen sollten. Die Optionsverträge mit einer Schotterfirma seien vor zwei Jahren abgeschlossen worden, da habe noch niemand über ein Schutzgebiet gesprochen. Auf "das größte katholische Naturschutzgebiet Mitteleuropas" wäre die Kirche stolz.
Darauf angesprochen, räumt Bernhard Gutleb, Leiter der Naturschutzabteilung, Kommunikationsprobleme ein. Auch er habe einige Male angerufen und niemanden erreicht. Doch für Januar sei ein ernsthaftes Gespräch mit den Eigentümern geplant.











