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Zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 um 15:47 UhrKommentare

Broder: "Nicht die Moslems sind die Verlierer sondern die Gutmenschen"

Nach Erkenntnissen des Schweizer Politologen war mit ausschlaggebend für das Minarett-Verbob die hohe Wahlbeteiligung von Frauen, die gegen eine Kultur, die sie als autoritär, machohaft und aggressiv empfinden, ein Zeichen setzen wollten.

Die Schweizer seien "die erste europäische Nation, die sich in einer freien Abstimmung gegen die Islamisierung ihres Landes entschieden hat", schreibt der jüdische Publizist Henryk M. Broder in der deutschen Zeitung "Die Welt" (Online-Ausgabe). Die eidgenössische Abstimmung sei nicht gegen die Religionsfreiheit oder den Islam als Religion gerichtet, "nur gegen eine Asymmetrie der Verbote für Religionen im Orient und Okzident."

Moslems dürfen in Europa Gebetshäuser bauen, Christen im Orient nicht

"Moslems dürfen in Europa Gebetshäuser bauen, Christen in den arabisch-islamischen Ländern dürfen es nicht (...), in Afghanistan und Pakistan droht Konvertiten die Todesstrafe, Touristen dürfen nach Saudi-Arabien nicht einmal Bibeln im Gepäck mitführen. Das sind Zustände, die nicht toleriert werden können", so Broder. "Wenn es in Bonn eine 'König-Fahd-Akademie' geben kann, die nicht der Schulaufsicht untersteht, muss es in Riad oder Jeddah eine Evangelische, eine Katholische oder eine Akademie für Theorie und Praxis des Atheismus geben können. Wenn iranische Frauen in Vollverschleierung durch München flanieren können, müssen europäische Frauen in der Kleidung ihrer Wahl durch Teheran oder Isfahan gehen dürfen, ohne von den notgeilen Greifern der Sittenpolizei belästigt zu werden. Es ist ganz einfach: Einer muss nur den Anfang machen."

"Nicht die Moslems sind die Verlierer, die niemand in der Schweiz daran hindert, ihre Religion zu praktizieren, es sind die Gutmenschen, die eine andere Kultur immer verteidigenswerter finden als die eigene, die Trittbrettfahrer, die schon immer für totalitäre Versuchungen anfällig waren, und die Appeaser wie die Schweizer Außenministerin (Micheline Calmy-Rey), die sich Sorgen um mögliche Reaktionen in der arabisch-muslimischen Welt machte und dem Export Schweizer Produkte zuliebe die Demokratie nach Schweizer Art ein wenig entschärfen wollte", meint Henryk Broder.

Nach Erkenntnissen Schweizer Politologen war mit ausschlaggebend für das Ergebnis der Schweizer Anti-Minarett-Volksabstimmung die hohe Zustimmung von Frauen, die sich als Feministinnen und als links verstehen und zum Teil bei den Grünen oder der Sozialdemokratischen Partei aktiv sind. "Diese Frauen wollten ein Zeichen setzen gegen eine Kultur, die sie als autoritär, machohaft und aggressiv empfinden". Sie verbänden mit dem Islam vor allem Burka, Scharia, "Ehrenmorde" und andere Formen der Unterdrückung von Frauen, wie die Berliner "tageszeitung" (TAZ) berichtete.


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