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Zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 um 16:38 UhrKommentare

Offene Grenzen für Drogen

Ob in der Stadt oder am Land: Das Drogenproblem hält die Polizei in Kärnten immer mehr auf Trab.

Foto © Weichselbraun

Es passiert in verwinkelten Gassen, im Schutz der Dunkelheit, weit abseits der frequentierten Straßen. So mögen vielleicht früher Drogengeschäfte abgelaufen sein – mit der Situation von heute hat das nicht mehr viel zu tun. Das Geschäft mit der Sucht hat längst den alltäglichen Lebensbereich erreicht.

Der Drogenhandel ist über die vergangenen Jahre stärker geworden, darüber sind sich Experten und Polizei einig. Sie erklären das mit mehr Dealern, die zum Teil durch den Strafvollzug aus Wien nach Kärnten ?importiert" werden. Auch ein Import der anderen Art heizt die Problematik an: Seit dem der Schengen-Raum 2004 auf neue Mitgliedsländer in Osteuropa ausgeweitet wurde, haben es Dealer leichter, ihre Ware aus dem Ausland zu beziehen. Der Kärntner Drogenmarkt erhält über die offenen Grenzen mehr und öfter Nachschub.

Und der gelangt auf direktem Weg in die Städte. Klagenfurt und Villach gelten als Hauptumschlagplätze im Suchtmittelhandel. Die Drogenfahnder kennen die "Hot-Spots“ genau, wo die Geschäfte abgewickelt werden. Auch wenn die Exekutive weiß, wo die Handelsplätze sind, macht das ihre Arbeit nicht leichter. Die Dealer tricksen die Polizei mit dem "Ameisenhandel“ aus, bei dem sie immer nur kleine Mengen an Drogen bei sich haben. Im Falle einer Verhaftung bekommen sie so keine längere Haftstrafe.

Mit diesem Maß an Professionalität sind die Villacher Polizisten noch nicht konfrontiert. "Von den schwarzafrikanischen Berufsdealern bleiben wir glücklicherweise noch verschont. Wir haben keine wirklich organisierten Dealer, sondern eher Jugendliche, die kleine Geschäfte machen“, sagt Hans Rohr, Chefinspektor der Suchtmittelgruppe. "Wir haben Überwachungsaktionen eingeleitet, waren aber bisher immer am falschen Ort zur falschen Zeit.“

JOSEF PUSCHITZ

Kommentar

REINHOLD DOTTOLOOhnmacht von REINHOLD DOTTOLO

Umschlagplätze

In Klagenfurt hat sich der Stadtteil St. Ruprecht zum Umschlagplatz Nummer eins entwickelt.

"In dem Gebiet sind schwarzafrikanische Dealer sehr aktiv. Die Drogenabhängigen wissen, dass sie dort versorgt werden", sagt Gottlieb Schrittesser von der Klagenfurter Suchtgiftgruppe. Er nennt auch den Heiligengeistplatz als Anlaufstelle für Drogensüchtige. "Dort bekommen sie vor allem illegale Medikamente.

Lederergasse, Bambergergasse, Paracelsusgasse und Stadtpark sind die heißesten Zonen in Villach.

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