Tierschützer: Kritisierter Gutachter schweigt

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Zum kritisierten Gutachten eines Grazer Linguisten in der Causa rund um den Verein gegen Tierfabriken (VGT) will der betroffene Sachverständige kein Statement abgeben. Die Expertise soll VGT-Obmann Martin Balluch als Verfasser mehrerer anonymer Bekennerschreiben und Leserbriefe outen - das Gutachten wird von drei Universitätsprofessoren aus Wien und Innsbruck als "haltlos" beschrieben.
"Ich stehe theoretisch für allgemeine linguistische Fragen immer zur Verfügung - zu einem bestimmten Fall darf ich aber nichts sagen", erklärte er der APA am Mittwoch. Das Gutachten sei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erstellt worden und werde am Gericht gehandelt - sich dazu Dritten gegenüber zu äußern, "würde ich als ganz unmögliches Benehmen empfinden", meinte der betroffene Experte Wolfgang Schweiger. Generell zum Thema Gefälligkeitsgutachten könne er nur sagen, dass so etwas ein "ganz böser Vorwurf" für jeden Sachverständigen und auch deren Auftraggeber sei und sich jeder dagegen wehren würde.
Balluch hatte am Dienstag in einer Aussendung erklärt, das Gutachten "bezichtigt mich 'mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit' der Autor einer Reihe von Schriften zu sein, die nachweislich von ganz anderen Autoren stammen". Manfred Kienpointner vom Institut für Sprachen und Literaturen der Universität Innsbruck hatte in einem Gegengutachten "eine ganze Reihe an Fehlern" gefunden; u. a. widerspreche der Sachverständige seinen eigenen Kriterien und gebe Beispiele an, die man falsifizieren könne.
Auch Florian Menz und Martin Reisigl vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien sahen die Expertise als haltlos an. Zudem hatte sich der Verfasser eines vorerst anonymen Leserbriefes von selbst gemeldet - dem Gutachten nach soll das Schreiben aber auf Balluch als Ersteller hinweisen. Bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wollte man das Gutachten nicht kommentieren.











