Das Match um den Gabentisch
Die Krise wird sich auf das heurige Weihnachtsgeschäft kaum auswirken. Doch die Wellnessbranche oder Freizeitbetriebe nehmen dem Handel Umsätze weg.

Foto © APA
Leise rieseln sie wieder, die ersten Weihnachts-Unkenrufe. Heuer werde weniger gekauft. Der Wert der einzelnen Geschenke werde niedriger sein. Nach der Devise "weniger ist mehr" würden die Österreicher heuer statt Luxus-Schnickschnack verstärkt Bettwäsche schenken, Handtücher, Küchengeräte.
Die Marktforscher Ernst & Young können die Tendenz durch eine Telefonbefragung unter 500 Österreichern belegen: "Im Vergleich zum Vorjahr sinkt das Geschenkbudget heuer um 16 Euro bzw. sechs Prozent auf 272 Euro", sagt Studienautor Markus Jandl. Und: "Kärnten liegt mit 271 exakt im Durchschnitt."
Doch es gibt Zweifler am schmalen Gabentisch. "Der private Konsum war heuer in den ersten drei Quartalen stabil. Daher wird auch Weihnachten stabil", sagt Handelsforscher Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria. Von Krise sei im Handel keine Spur. Im Gegenteil: Es entwickle sich sogar der Trend zum Zweit-Christbaum, so Voithofer scherzhaft (er hat selbst auch einen zweiten für den Garten). Wohl grassiere weiterhin die Aktionitits. "Doch davon profitiert letztendlich der Kunde, der die Waren günstiger bekommt", sagt Voithofer.
Optimistischer Ausblick
Auch Nikolaus Gstättner, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Kärntner Wirtschaftskammer, blickt für seine Branche optimistisch ans Jahresende. Auch er sagt: "Der Handel ist bisher mit 0,9 Prozent leicht im Plus - und das sogar inflationsbereinigt. Einen Umsatzeinbruch kann ich mir daher schwer vorstellen." Das Weihnachtsgeschäft - also die Mehreinnahmen im Dezember gegenüber einem Normal- Monat - werden wohl wieder 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro betragen - österreichweit.a
Zwar sind die Ausgaben seit mehr als zehn Jahren kaum gestiegen. Daraus leitet Hanna Bomba-Wilhelmi vom Marktforscher Regioplan ab, dass Weihnachten für den Einzelhandel "generell langfristig an Bedeutung verliert". Für manche Branchen, wie etwa Spielwaren-, Schmuck- oder Buchhandel bleibt Weihnachten aber die wichtigste Zeit im Jahr. Spielzeug- oder Schmuckhändler erzielen allein im Dezember zweieinhalb Mal so hohe Umsätze wie in einem "normalen" Monat.
Das einzige "Minus" für den Handel könne man laut Gstättner in den vielen Gutscheinen sehen - sie machen bereits 20 Prozent der Weihnachtsgeschenke aus. Hier muss sich der Handel mit anderen Branchen - Reise, Wellness, Tankstellen - matchen. Überhaupt werden Freizeit-, Wellness- und Erlebnisgeschenke immer beliebter. Darunter Thermenaufenthalte, Ballonfahrten oder Kochkurse.
Und sogar Energie wird schon per Gutschein verschenkt: Die Wien Energie bietet seit November elektronische Coupons an, die in Strom oder Erdgas eingelöst werden können.
Features
Fakten
Lichterketten, leuchtende Rentiere und anderer blinkender Weihnachtsschmuck an privaten Fassaden verbrauchen in den wenigen Wochen vor Weihnachten so viel Strom wie 10.000 Haushalte in einem Jahr.
Acht Millionen Euro Mehrkosten ergeben sich daraus.
Tipp: Der Energiesparverband rät, auf die Leistung der Lämpchen zu achten, die zwischen ein und fünf Watt liegt. Auch Zeitschaltuhren sind sinnvoll.











