124 Tote durch Hurrikan "Ida" in El Salvador
Auf seinem Weg in den Golf von Mexiko hat "Ida" eine Spur der Verwüstung in El Salvador hinterlassen. Bei Überschwemmungen und Erdrutschen starben bisher 124 Menschen. Mit weiteren Opfern ist zu rechnen.

Foto © EPAAuf dem mexikanischen Festland könnte der Hurrican noch stärker werden
Der Hurrikan "Ida" hat in El Salvador heftige Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst und mehr als 120 Menschen in den Tod gerissen. Präsident Mauricio Funes rief in der Nacht zum Montag den Notstand für das lateinamerikanische Land aus. "Ida" streifte mit Spitzengeschwindigkeiten von 195 Stundenkilometern die mexikanischen Halbinsel Yucatan, schwächte sich auf ihrem Weg in Richtung USA aber ab.
"Heute ist ein sehr trauriger Tag für dieses Land", sagte Funes in einer Rundfunkansprache. Der Präsident sprach den Angehörigen der bisher 124 identifizierten Todesopfer sein Beileid aus und verhängte den Notstand über El Salvador. Damit sei es der Regierung möglich, Gelder aus einem Sonderfonds für die Katastrophenhilfe bereitzustellen. Der Leiter der Zivilschutzbehörde, Jorge Melendez, befürchtete, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte.
Besonders betroffen sind nach Behördenangaben die Gebiete im Osten des Landes. In der Stadt Verapaz rund 110 Kilometer südöstlich der Hauptstadt San Salvador begrub eine Schlammlawine ein ganzes Viertel unter sich. In Tepetitan wurden durch Erdrutsche und Überschwemmungen rund 30 Häuser zerstört. Mehr als 7.000 Menschen haben den Angaben zufolge kein Dach mehr über dem Kopf.
"Alles, was wir gehört haben, war ein großer Lärm", sagte Arnoldo Paz aus Verapaz. "Eine Sturzflut aus Wasser und Schlamm riss alles mit sich. Ich konnte nur meiner Frau sagen, dass sie sich die Kinder schnappen und fliehen soll." Paz verlor sein Haus sowie sein gesamtes Hab und Gut. Viele Nachbarn kamen bei der Katastrophe ums Leben. In einer Kapelle der Kleinstadt wurden die bisher geborgenen Leichen zur Identifikation aufgebahrt.
Mit 195 Stundenkilometern
Mit Spitzengeschwindigkeiten von 195 Stundenkilometern streifte "Ida" am Sonntagabend Ortszeit die Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatan, wie der mexikanische Wetterdienst SMN mitteilte. Auf den vor dem beliebten Badeort Cancun gelegenen Inseln Holbox und Punta Allen mussten rund 2.300 Menschen in Sicherheit gebracht werden. "Ida" richtete jedoch keinen Schaden an.
Über dem Golf von Mexiko schwächte sich der Wirbelsturm ab. Das US-Hurrikanzentrum in Miami stufte "Ida" am Montag auf Kategorie eins der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala zurück. Mit einer Geschwindigkeit von 26 Stundenkilometern steuerte der Hurrikan auf die USA zu und befand sich am Vormittag rund 460 Kilometer südöstlich der Mündung des Mississippi. Für die US-Bundesstaaten Mississippi, Alabama und Florida wurde es eine Hurrikan-Warnung erlassen. Die Stadt New Orleans, die vom 2005 Hurrikan "Katrina" verwüstet worden war, ist laut Hurrikan-Zentrum nicht in Gefahr.
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Wirbelsturm "Ida", der am Donnerstag vor der Küste Nicaraguas entstanden und dort an Land gegangen war, entwickelte am Sonntag im Golf von Mexiko Windstärken von 165 Kilometern in der Stunde. Die Meteorologen gingen davon aus, dass er sich am Montag auf dem Weg nach Norden abschwächen werde.
Die diesjährige Hurrikansaison im Atlantik war bisher glimpflich verlaufen. Kein einziger Wirbelsturm war direkt an Land gegangen. Im vergangenen Jahr hatten mehrere mächtige Wirbelstürme vor allem Kuba und Haiti schwer verwüstet.












