Militärpsychiater räumte vor Amoklauf Wohnung aus
Der mutmaßliche Amokschütze von Fort Hood hat nach Aussage seiner Nachbarin in den Tagen vor der Tat seine Wohnung leergeräumt. Der Amoklauf forderte 13 Tote und 31 Verletzte.

Foto © APFord Hood
Nidal Malik Hasan sei am Mittwoch zu ihr gekommen und habe ihr gesagt, dass er am Freitag nach Übersee geschickt werde, sagte die Nachbarin, Patricia Villa. Er habe ihr Tiefkühlbrokkoli, Spinat, T-Shirts, Regale und einen neuen Koran gegeben.
Am Donnerstag habe er dann noch seine Luftmatratze, mehrere Mappen und eine Lampe vorbeigebracht. Dann habe der Major ihr 60 Dollar (40 Euro) geboten, wenn sie seine Wohnung nach seiner Abreise am Freitag putzen würde, sagte Villa.
Amoklauf erschüttert USA
Der Amoklauf eines muslimischem Militärpsychiaters mit 13 Toten und 31 Verletzten erschüttert die USA: Im texanischen Militärlager Fort Hood richtete der 39-jährige Amokläufer Nidal Malik Hasan am Donnerstag (Ortszeit) ein Blutbad an, bevor er selbst niedergestreckt wurde. Hasan litt unter seiner bevorstehenden Entsendung in den Irak und fühlte sich von Kollegen gemobbt, wie Vertraute am Freitag aussagten.
Nach Angaben des Kommandanten Bob Cone eröffnete Hasan am Donnerstagmittag in einem Gebäude das Feuer, in dem zahlreiche Soldaten vor ihrer Entsendung ins Ausland eine letzte medizinische Untersuchung durchliefen. Hasan richtete dabei ersten Ermittlungen zufolge eine Pistole und eine halbautomatische Waffe gegen seine Kameraden. Er tötete mit den Waffen, die beide nicht aus Armeebeständen stammten, 13 Menschen und verletzte 31 weitere.
Todesschütze schwieg bei Vernehmung
Nur knapp konnten Soldaten verhindern, dass der 39-Jährige in eine Graduiertenfeier mit rund 600 Teilnehmern stürmte: Sie schlossen die Türen zum Saal und versuchten, den Todesschützen mit Schüssen aufzuhalten. "So schrecklich es war, es hätte noch schlimmer kommen können", sagte Kommandeur Cone. Hasan sei durch mehrere Treffer verletzt worden, aber in einem "stabilen Zustand". Bei seiner Vernehmung habe er geschwiegen.
Mobbingopfer
"Er muss durchgedreht sein", sagte Hasans Tante Noel der "Washington Post". Die posttraumatischen Erkrankungen seiner Patienten, die er während seiner acht Jahre langen Tätigkeit in einem Militärkrankenhaus in Washington behandelt habe, hätten den Psychiater sehr mitgenommen. Noch in diesem Monat sollte er in den Irak-Krieg geschickt werden. "Er schämte sich dafür, entsendet zu werden", sagte sein Cousin Nadal der "New York Times". Zudem wurde der Muslim nach Angaben seiner Familie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 von Kollegen gemobbt. Hasan habe mehrfach versucht, den Militärdienst zu quittieren.
Hasan wurde in den USA geboren und wuchs im Bundesstaat Virginia auf. Seine palästinensischen Eltern stammen aus einer Kleinstadt bei Jerusalem. Während seiner Ausbildung in Washington lebte er strenggläubig und nahm täglich an den Gebeten in einer muslimischen Gemeinde teil. Der US-Sender CNN zeigte kurz vor der Tat aufgenommene Bilder einer Überwachungskamera in Fort Hood, auf denen Hasan in einem knöchellangen, weißen Gewand, der vor allem im arabischen Raum traditionellen Dischdascha, zu sehen ist.
Obama erschüttert
US-Präsident Barack Obama sprach von einem "schrecklichen Gewaltausbruch" und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Es sei schwierig genug, dass US-Soldaten bei Kämpfen im Ausland ums Leben kämen. "Es ist schrecklich, dass sie hier auf einem Stützpunkt auf amerikanischem Boden unter Beschuss kommen", sagte Obama. Der US-Kongress legte eine Schweigeminute ein. Die islamische Vereinigung CAIR verurteilte die Bluttat. Sie zeigte sich zugleich in Sorge vor möglichen Vergeltungsaktionen gegen Muslime in den USA.Fort Hood ist mit bis zu 50.000 Soldaten der größte Stützpunkt der US-Armee. Seiner Internetseite zufolge umfasst er mit 880 Quadratkilometern ein Gebiet von der Größe New Yorks. Von dort aus werden immer wieder Truppen in den Irak oder nach Afghanistan entsandt.
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71.000 Menschen
Mit einer Fläche von 880 Quadratkilometern ist der Stützpunkt Fort Hood bei Killeen in Texas die weltgrößte Armeebasis der Vereinigten Staaten. Die Militärbasis beherbergt momentan rund 42.000 Soldaten, insgesamt leben auf dem Gelände rund 71.000 Menschen, Familien-angehörige und zivile Angestellte.












