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Zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 um 13:59 UhrKommentare

Illegale Drogen stagnieren, doch Alkohol "floriert"

Der Konsum an illegalen Drogen ist in Österreich stabil bis rückläufig, so der aktuelle Drogenreport. Der gleichzeitige Konsum von Alkohol wird allerdings zu einem entscheidenden Faktor in der Drogenproblematik - Experten warnen.

Foto © APA

Die Hauptaussagen aus dem aktuellen europäischen Drogenbericht, der heute gleichzeitig mit dem österreichischen Drogenreport veröffentlicht wurde, lassen aufhorchen: Weitgehend stabil ist zwar die Situation bei den traditionell in der "Szene" häufig verwendeten Suchtgiften. Unter den Stimulanzien ist nach wie vor Kokain am populärsten. Etwa 13 Millionen europäische Erwachsene (15 bis 64 Jahre) haben im Laufe ihres Lebens diese Drogen probiert, darunter 7,5 Millionen junge Erwachsene (15 bis 34 Jahre), von denen drei Millionen Kokain im vergangenen Jahr konsumiert haben.

Alkohol als entscheidender Faktor

Aus beiden Berichten geht allerdings hervor, dass der gleichzeitige Konsum von Alkohol ein entscheidender Faktor der Drogenproblematik in Österreich und Europa ist: Die aktuelle europäische Umfrage unter Jugendlichen ergab, dass 43 Prozent der Schüler "Komasaufen" (das bedeutet fünf Drinks oder mehr pro Gelegenheit) in den vorangegangenen 30 Tagen zugaben. Eine Zunahme dieses Verhaltens zwischen der 2003 und der 2007 durchgeführten Umfrage ließ sich insbesondere unter Mädchen beobachten.

Auch der neue österreichische Drogenbericht 2009 stellt eine weitgehend unveränderte Lage bei den illegalen Drogen dar: Experten betonten aus Anlass der Publikation des Reports speziell die hohe Zahl der Substitutionspatienten bei den Opiatabhängigen. "Was sicher stimmt, ist, dass die Situation stabil ist. Die Abhängigen sind größtenteils in eine Behandlung eingebunden", erklärte Wiens Drogenkoordinator Michael Dressel. Dressel: "Bei den Drogentoten wissen wir, dass nur sechs Prozent in öffentlichen Räumen versterben. Charakteristisch ist bei den Opfern die Mischintoxikation, auch mit Alkohol". Das jährliche Zählen der Zahl der Suchtgiftopfer ist allerdings nur ein Aspekt der Angelegenheit.

Neue Substanzen

Heute sieht man die Problematik zwischen Heroin und scheinbar "harmlosen", oft zuvor gar nicht bekannten und zunächst legalen Substanzen: Europa ist mit einem zunehmend komplexen und instabilen Markt für synthetische Suchtgifte konfrontiert, hieß es am Donnerstag in Brüssel. Die "zunehmende Raffinesse" bei der Vermarktung "legaler Alternativen" (sogenannte "Legal Highs") sei beunruhigend. So wurden der EMCDDA im Jahr 2008 von den EU-Mitgliedstaaten 13 neue psychoaktive Substanzen gemeldet. Es handelte sich um elf synthetische Drogen und zwei Pflanzen (Kratom und Kava). Eine völlig neue Entwicklung: Erstmals befand sich unter den gemeldeten Drogen auch ein synthetisches Cannabinoid (JWH-018).

Das Internet ist mittlerweile zu einem wichtigen Umschlagplatz für psychoaktive Substanzen geworden. Zusammen mit - oft nur vorübergehend - "legalen Alternativen" zu herkömmlichen Drogen werde der Suchtgiftmarkt immer komplexer. Im Jahr 2009 beobachtete die EMCDDA insgesamt 115 Online-Shops in 17 europäischen Ländern. Die meisten erfassten Online-Händler hatten ihren Sitz in Großbritannien (37 Prozent), in Deutschland (15 Prozent), den Niederlanden (14 Prozent) und Rumänien (7 Prozent).


Drogenbericht(e)

In Brüssel wurde der "Euro-päische Drogenbericht 2009" der in Lissabon ansässigen Euro-päischen Drogenbeobachtungs-stelle (EMCDDA) veröffentlicht. Zeitgleich wurde der öster-reichische Drogenbericht vorgestellt. Beide Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

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