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Zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 um 08:22 UhrKommentare

Schnuller mit Chemikalien aus dem Handel genommen

Die Chemikalie BPA soll laut "Global 2000" im "begründeten Verdacht" stehen, die Entwicklung des zentralen Nervensystems zu stören. Großalarm in Österreichs Drogeriemärkten und Supermärkten.

bibi Schnuller (wie auf der Abbildung) können Sie aber mit gutem Gewissen verwenden, denn sie sind zu 100% frei von Bisphenol-A

Foto © Kleine Zeitung/Erwin Scheriau (Symbolbild)bibi Schnuller (wie auf der Abbildung) können Sie aber mit gutem Gewissen verwenden, denn sie sind zu 100% frei von Bisphenol-A

Dass in Österreichs Drogeriemärkten und Supermärkten ein kompletter Sortimentsbereich fehlt, ist bisher nie vorgekommen. Diesen Herbst findet die unrühmliche Premiere statt: Sämtliche Schnuller (bis auf die Zutzis der Marke Mam) sind ausgelistet worden. Der Grund: Sie enthalten die weltweit für viele Kunststoffprodukte eingesetzte Chemikalie Bisphenol A (kurz BPA), die auch als Hormon-Plastik bekannt ist.

Die österreichische Umweltschutz-Organisation Global 2000 hatte die Schnuller getestet und festgestellt, dass die untersuchten Produkte bereits nach einer Stunde in einer speichelähnlichen Salzlösung BPA abgaben. "Wir haben immer wieder auf BPA-Probleme bei Fläschchen hingewiesen. Von der aktuellen Untersuchung waren wir selbst schockiert", sagt Simone Baur von Global 2000 der Kleinen Zeitung.

Die Unbedenklichen

Mitte Oktober verschwanden die Schnuller sodann aus den Regalen. Durch den Druck der Handelsketten reagiert nun die Industrie: Die Firmen Mapa (Nuk), dm (Babylove), Novatex (baby-Nova, Dentistar) haben versprochen, die Produktion umzustellen - und künftig auf BPA zu verzichten. Nicht beanstandet wurden die Schnuller der Marke Mam. Es gibt sie daher noch zu kaufen. Müssen die Babys wieder Daumen lutschen? "Vier Nuk-Schnuller haben sich als unbedenklich herausgestellt. Sie sind daher ab heute wieder im Regal", sagt dm-Sprecher Stefan Ornig. In zirka einem Monat könne Nuk auch drei weitere Größen bzw. Designs wieder liefern - BPA-frei. Ähnlich werde es sich mit den anderen Marken verhalten.

Wie viel Umsatz das kostet, sagt Ornig nicht. Den Eltern rät er, nicht in Panik zu verfallen: "Es wurden beim Test Laborbedingungen bezüglich Hitze und Abrieb simuliert, die im Babymund nicht stattfinden."

EVA GABRIEL

Chemikalie

BPA kann das Hormonsystem von Menschen und Tieren schädlich beeinflussen. Die Chemikalie steht im "begründeten Verdacht", fortpflanzungsschädigend zu sein, die Entwicklung des zentralen Nervensystems zu stören sowie Verhaltensauf-fälligkeiten zu bewirken.

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