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Zuletzt aktualisiert: 28.10.2009 um 11:09 UhrKommentare

Ist Ihr Hund Vegetarier?

Wenn ja, dann können Sie getrost weiterklicken - wenn nicht, dann müssen Sie sich künftig dessen bewusst sein, dass Ihr Hund klimafeindlicher ist als ein großer Geländewagen (SUV).

Großer Hund, großer (ökologischer) Fußabdruck

Foto © DPA/WeisbrodGroßer Hund, großer (ökologischer) Fußabdruck

Bislang waren die Besitzer großer - für die Großstädte völlig unnützer - Geländewagen (SUV) die willkommene Zielscheibe für Menschen, die sich um das Weltklima sorgen. Mit dem Buch zweier neuseeländischer Wissenschafter sind nun Haustierbesitzer diesbezüglich stärker unter Beschuss.

In Ihrem Buch "Time to Eat the Dog? The Real Guide to Sustainable Living" (Zeit, den Hund zu essen? Der wahre Leitfaden zu nachhaltiger Lebensweise) haben die beiden Architekten und Experten für nachhaltige Lebensweise an der Universität Victoria, Robert und Brenda Vale, den "ökologischen Fußabdruck" von Haustieren in Vergleich mit anderen Produkten des täglichen Lebens berechnet. Überraschende Ergebnisse waren die Folge.

164 Kilo Fleisch, 95 Kilo Getreide

Ein mittelgroßer Hund frisst täglich rund 246 Gramm Trockenfutter, das enstpricht einer Menge von cirka 450 Gramm Frischfleisch und 260 Gramm Getreide. In einem Jahr verzehrt ein Hund somit 164 Kilogramm Fleisch und 95 Kilogramm Getreide. Die Flächen, die für die Zucht der Futtertiere beziehungsweise den Anbau des Getreides notwendig sind, fließen somit in den "ökologischen Fußabdruck" mit ein.

Ein Hund in der Größe eines Spaniels würde alleine fürs Fressen demnach eine Fläche von 0,84 Hektar brauchen, ein Deutscher Schäferhund käme sogar auch 1,1 Hektar.

"Harmlose" SUVs?

Im Vergleich dazu braucht ein großer Geländewagen (die Autoren zogen dafür einen Toyota Land Cruiser heran) rund 55,1 Gigajoule Energie. Dazu gehört die Energie, die nötig ist, um das Fahrzeug zu bauen und zu betanken. Ein Hektar Land kann im Jahr 135 Gigajoule an Energie liefern. Somit beträgt der Öko-Abdruck eines SUVs 0,41 Hektar im Jahr - weniger als die Hälfte eines mittelgroßen Hundes.

Auch für andere Haustiere sehen die Werte nicht besser aus: So verbraucht eine Katze mit 0,15 Hektar nur unbedeutend weniger als ein VW Golf, zwei Hamster entsprechen dem Wert eines Plasmafernsehers, und ein Goldfisch hat immerhin den Wert eines Handys.

"Kaufen Sie sich ein Huhn"

Mit dem Buch möchten die beiden Vales den Einfluss der Dinge des täglichen Lebens auf die Umwelt aufzeigen. Und sie geben Tipps, wie die Umweltbelastung durch Haustiere verringert werden kann - zum Beispiel durch die Umstellung von Gourmettierfutter auf Abfallprodukte. Zu welchem Tier die beiden ganz umweltbewussten Menschen raten würden? "Kaufen Sie sich ein Huhn."


Ökologischer Fußabdruck

Der "ökologische Fußabdruck", den die Buchautoren als Indikator für die Nachhaltigkeit heranziehen, bezeichnet die Bodenfläche, die notwendig, ist, um den Lebensstil eines Tieres (oder auch Menschen) zu ermöglichen.
Dazu zählen sowohl die Fläche zum Anbau des notwendigen Futters wie auch die erforderliche Fläche, um das freigesetzte Kohlendioxid (durch Abfall oder Energieverbrauch) zu binden.

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