Frachter "Arctic Sea" weiter auf Irrfahrt
Der Mitte August aus den Fängen mutmaßlicher Ostsee-Piraten befreite finnische Frachter "Arctic Sea" ist immer noch auf Irrfahrt. Das Schiff wird von sämtlichen Häfen abgewiesen.

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Weil es nach der Entführung viele Spekulationen um Waffenschmuggel sowie rechtliche und technische Probleme gegeben habe, sei das Schiff bisher von allen Häfen abgewiesen worden, berichtete die russische Zeitung "Wremja Nowostej" am Dienstag.
An Bord der "Arctic Sea" seien noch immer der Kapitän sowie drei weitere Besatzungsmitglieder und russische Armeeangehörige. Die Eigentümer hoffen, dass der mit Holz beladene Frachter für die Übergabe noch in dieser Woche vor der Küste Maltas endlich Anker werfen darf.
Die Behörden signalisierten am Dienstag Bereitschaft, die unter maltesischer Flagge fahrende "Arctic Sea" in ihren Hafen zu lassen. Voraussetzung sei aber, dass das reparaturbedürftige Schiff in sicherem Zustand sei.
Besatzung steht vor dem Verhungern
"Arctic-Sea"-Kapitän Sergej Sarezki teilte nach Angaben der Seefahrergewerkschaft mit, dass es an Bord zu wenig Essen und Wasser gebe. Zudem wisse keiner, wohin die Reise gehe. Elf Mitglieder der Besatzung waren nach wochenlangen Verhören durch den russischen Geheimdienst freigelassen worden. Sie standen zeitweilig im Verdacht, mit den mutmaßlichen Piraten zusammengearbeitet zu haben. Die acht Verdächtigen, von denen die meisten aus Estland stammen, sitzen in Untersuchungshaft in Moskau. Sie bestreiten die Geiselnahme und behaupten, sie seien Umweltschützer, die von der "Arctic Sea"-Besatzung aus Seenot gerettet wurden.
Militärexperten hatten gemutmaßt, dass die acht Beschuldigten im Auftrag des israelischen Geheimdienstes einen Schmuggel von Raketen an den Iran vereiteln sollten. Russland hatte diese Spekulationen zurückgewiesen.











