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Zuletzt aktualisiert: 26.10.2009 um 19:56 UhrKommentare

Einbrecher machten in Kärnten 600.000-Euro-Beute

In einem Klagenfurter Villenviertel erbeuteten unbekannte Täter Sparbücher und Schmuck. Polizei warnt: Dämmerungseinbrecher haben jetzt wieder Hochsaison.

Dämmerungseinbrecher haben wieder Hochsaison. Die Polizei warnt die Bevölkerung vor den professionellen Langfingern

Foto © APADämmerungseinbrecher haben wieder Hochsaison. Die Polizei warnt die Bevölkerung vor den professionellen Langfingern

Der Schock bei einem 55-jährigen Unternehmer und seiner Familie sitzt tief. In der Zeit zwischen Freitag 12 Uhr und Samstag 19 Uhr drangen unbekannte Täter in seine Wohnung in einem Mehrparteienhaus im Klagenfurter Stadtteil St. Martin ein. "Aufgrund der Spurenlage gehene wir davon aus, dass zumindest eine Täter über das Dach-Abflussrohr auf den Balkon im erst Stock gestiegen ist", schildert ein Kriminalist. Mit einem Spezialwerkzeug, vermutlich einem Profi-Glasschneider schnitt der Täter eine Loch in die Balkontüre, entriegelte diese und gelangte so in die weitläufige Wohnung. Dann ging alles blitzschnell, Vermutlich unterstützt durch einen oder zwei Komplizen, denen er die Wohnungstüre öffnete, durchsuchte der ungebetene Gast sämtliche Räumlichkeiten. Dabei blieb eine etwa 80 bis 90 Kilogramm schwerer Möbeltresor nicht unentdeckt.

Die Täter montierten den Schrank ab und transportierten ihn mitsamt inhalt sowie einem Nerzmantel und fünf Designer-Handtaschen ab. Im Tresor befanden sich unter anderem 10.000 Euro Bargeld, drei - mit Losungsworten gesperrte - Sparbücher mit einer Gesamteinlage von 520.000 Euro sowie Schuck im Wert von über 80.000 Euro. Nach Einschätzung der Tatortexperten des Landeskriminalamtes wiegt der Panzerschrank zwischen 80 und 100 Kilogramm. Oberst Christian Martinz, stellvertretender leiter des Landeskriminalamtes: "Für den Abtransport waren mindestens zwei starke Männer notwendig." Was den Kriminalisten besonders auffällt: "Einbrüche dieser Art, die einen größeren Aufwand notwendig machen, sind in Mehrfamilienhäusern eher selten", so Martinz.

Höchste Vorsicht!

Unklar ist, ob der Coup auf das Konto von Dämmerungseinbrechern geht. Diese sind, nach der Umstellung auf Winterzeit, wieder im Vormarsch. Martinz: "Gerade jetzt, wo die Haus- und Wohnungseigentümern erst bei Dunkelheit nach Hause kommen, ist höchste Vorsicht geboten." Alle nur erdenklichen Risikoquellen, vom gekippten Fenster bis zu Balkon- und Terrassentüren, die nicht durch Roll- oder Fensterläden verschlossen sind, sollten einer genauen Überprüfung unterzogen werden.

PETER KIMESWENGER

Wie man sich schützt

  • Verwenden Sie Zeitschaltuhren, um Lichtquellen (oder auch ein Radio) zu verschiedenen Zeiten zu steuern.
  • Sichern Sie Terrassentüren oder Fenster-Tür-Kombinationen durch einbruchshemmende Verglasung, versperrbare Rollläden oder Balken
  • Sichern Sie Griffe mit Schlössern
  • Steuern Sie die Lichtquellen in Ihrem Garten durch Bewegungsmelder
  • Wenn Sie auf Urlaub fahren, bitten Sie Ihren Nachbarn oder eine Person ihres Vertrauens, die Post aus dem Briefkasten zu nehmen, oder lassen Sie die Post in der Zeit ihrer Abwesenheit nicht zustellen
  • Verwahren Sie keine größeren Geldbeträge ungesichert in der Wohnung
  • Installieren Sie eine Alarmanlage
  • Verständigen Sie sofort die Polizei, wenn sie in ihrer Wohngegend verdächtige Wahrnehmungen machen. Dämmerungseinbrecher kundschaften ihre Tatorte meist ganz genau aus

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