Das Leid deutscher Studenten
122 Psychologie-Studierende berichten, wie es ihnen in Österreich ergeht.

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"Das einzige, was die Österreicher und Deutschen trennt, ist die deutsche Sprache", spottete Karl Kraus feinsinnig. Studienleiter Walter Renner, Ingrid Salem und Jutta Menschik von der Klagenfurter Uni-Psychologie haben noch mehr Trennendes gefunden. 122 deutsche Psychologiestudierende in Klagenfurt und Innsbruck haben mitgeteilt, wie schwer es war/ist, die österreichische Mentalität zu verstehen, welche Kommunikationsschwierigkeiten es gibt und wie ihr Studium in Österreich läuft.
"Ähnliche Fragebögen sind seit Jahrzehnten vor allem in multikulturellen Regionen wie Asien, den USA oder England in Gebrauch", sagt Renner. So erkennt man, wie unterschiedliche Kulturen aufeinander reagieren. Renner wollte das bei zwei scheinbar ähnlichen Kulturen erforschen.
"Wir konnten sehr wohl kulturelle Unterschiede und ethnische Spannungen nachweisen", resümiert Renner. "Deutsche haben anfangs Probleme, die österreichische Sprache zu verstehen. Sie fühlten sich unter Österreichern isoliert, einzelne berichteten von offener Diskriminierung." Deutsche tun sich schwer, "österreichische Wertvorstellungen und Politiker zu verstehen".
Außerdem geben sich die Deutschen stärker leistungsorientiert. Renner: "Sie sagen, der Zugang zu den Universitäten sei zu großzügig und beschweren sich sogar, es sei zu leicht, ein ,Sehr gut' zu bekommen."
Gewissermaßen als Gegenprobe haben 67 österreichische Studierende ihre Erfahrungen und Eindrücke dargestellt. "Da deckt sich vieles", so Renner. "Die Deutschen seien ,ganz versessen auf Leistung und gute Noten', sie würden sich in Grüppchen absondern und zu wenig um Kontakt bemühen." Das wohl kränkendste Verhalten: "Deutsche Studierende machen Klagenfurt als bäuerliche Kleinstadt verächtlich und schauen arrogant auf die Österreicher herab."
Die irritierende Untersuchung ist eine Pilotstudie für weitere Forschungen. Renner: "Wir wollen herausfinden, welche Persönlichkeitsmerkmale das Zusammenleben erleichtern und welche es erschweren. Vielleicht brauchen einige sogar Hilfe." Renners Fernziel: Dass man die Ergebnisse nutzen kann, um die Integration zwischen den Kulturen insgesamt zu entkrampfen und zu verbessern.
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Zitate
"Ich habe erfahren, dass man von Deutschen wegen des Dialekts als minderwertig angesehen wird.", Österreicherin, 20, Klagenfurt.
Österreicher sind chaotischer. Soll etwas pünktlich fertig sein, dann muss man oft nachhaken.", Deutsche, 21, in Klagenfurt.
"Man sollte besser fragen, wie die vielen Deutschen die verbliebenen Österreicher aufnehmen.", Österreicher, 21, Innsbruck.
"Hier legt man viel Wert auf Titel. Sogar im Freibad wurde eine Frau Magister ausgerufen.", Deutsche, 25, Klagenfurt











