NASA-Rakete schlug wie geplant auf dem Mond ein
Die Nasa hat einen Raketenteil mit direkt in einen Mondkrater geschossen. Ein Satellit soll die daraus entstehende Wolke auf Wasserreste prüfen. Die Live-Übertragung im Internet zeigte keine spektakulären Bilder.

Foto © Reuters
Eine zwei Tonnen schwere ausgebrannte Raketenstufe und eine Raumsonde sind am Freitag im Abstand von wenigen Minuten mit einer Geschwindigkeit von 9.000 Kilometern in der Stunde in einem Mondkrater eingeschlagen. Von der angekündigten, bis zu zehn Kilometer hohen Staubwolke, die auch von der Erde aus noch zu sehen sein sollte, war aber nichts zu erblicken. Auch die NASA konnte zunächst nicht die versprochenen Bilder von dem Einschlag liefern.
Von dem gezielten Absturz der beiden Objekte erhoffen sich die Wissenschafter einen Beweis für Wasser auf dem Mond. Die Instrumente bestätigten auch, dass die Raketenstufe wie geplant um 13.31 Uhr im Krater "Cabeus A" am Südpol des Erdtrabanten einschlug. Vier Minuten später folgte die Raumsonde LCROSS, die den Einschlag filmte und mit ihren Instrumenten die Staubwolke untersuchen sollte. LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) wurde im Juni ins All und in eine Umlaufbahn um den Mond geschossen und hat seitdem die Mondoberfläche mit einer hochauflösenden Kamera fotografiert.
Auch von der Erde aus wollten besonders in der westlichen Hälfte der USA zahllose Schaulustige das Schauspiel mit Teleskopen beobachten. An verschiedenen Orten waren Moon-Partys organisiert worden. Dort gab es dann enttäuschte Gesichter, wie zum Beispiel Griffith Observatorium in Los Angeles. Observatoriums-Mitarbeiter Jim Mahon nannte die Himmelsshow schlicht "enttäuschend". "Ich hatte gehofft, dass wir einen Blitz oder ein Aufleuchten sehen würden."
Zu sehen war der Erde und auch in der Live-Übertragung der US-Raumfahrtbehörde NASA im Internet nichts. Die Sonde LCROSS, die der Raketenstufe folgte, lieferte mit ihren fünf Kameras und vier anderen Instrumenten zwar ständig neue Daten und auch Bilder, wie sie immer näher auf den Mondkrater zuflog - nur von einer Staubwolke gab es keine Spur.
Die Forscher vermuten, dass sich gerade tief unten in Kratern an den Polen, die nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, Wasser in Form von Eis gesammelt haben könnte. Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau längerfristig bemannter Stationen auf dem Mond.
Fotoserie
Permanente Einschläge
"Mitleid" mit dem Mond - er hat mit 3476 km etwa ein Viertel des Durchmessers der Erde - muss man wegen der Einschläge nicht haben: Etwa vier Mal im Monat wird er von Gesteinsbrocken dieser Größe getroffen. Dieses Mal passiert das aber an einem Ort und in einem Winkel, den die Wissenschafter für besonders interessant halten.















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