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Zuletzt aktualisiert: 29.09.2009 um 05:05 UhrKommentare

Marathon-Beamter: 37 Jahre ohne Urlaub

Josef Pirker, Oberinspektor in der Bundespolizeidirektion Villach, war in 37 Dienstjahren keinen einzigen Tag auf Urlaub. Am Mittwoch geht der 63-Jährige in Pension.

"Ich habe 37 Jahre im Sinne der Dienstverrichtung durchgemacht und keinen Urlaub konsumiert"

Foto © KLZ/ Helmuth Weichselbraun"Ich habe 37 Jahre im Sinne der Dienstverrichtung durchgemacht und keinen Urlaub konsumiert"

Das ist vermutlich österreichischer Rekord: Der pragmatisierte Beamte Josef Pirker (63) konsumierte in 37 Dienstjahren bei der Bundespolizeidirektion Villach keinen einzigen Urlaubstag! Auch seine Krankenstandstage kann man an einer Hand abzählen. Diesen Donnerstag beginnt für den Marathon-Beamten der wohlverdiente Ruhestand.

"Zeit verging im Sauseschritt"

Für den Familienvater - er hat drei Töchter - aus Weißenstein im Drautal ist Arbeiten das Selbstverständlichste. "Ich habe 37 Jahre im Sinne der Dienstverrichtung durchgemacht. Ich habe Funktionen ausgeübt, deren Aufgaben ich immer selber erledigen wollte", sagt er. "Dabei ist die Zeit eben im Sauseschritt vergangen. Ein Jahr war da überhaupt nichts." Den ihm zustehenden Urlaub hat er absichtlich verfallen lassen.

1972 trat Pirker bei der Bundespolizeidirektion seinen Dienst an. Zuvor hatte er das Greißler-Geschäft seines Vaters weitergeführt. "Ich habe bei der Polizei in der Einlaufstelle begonnen, dann war ich im Verkehrsamt und seit 20 Jahren bin ich im Wirtschafts- und Verwaltungsdienst tätig", sagt Pirker. Dort ist er unter anderem für Verrechnungen, Materialbeschaffung, Einkäufe und für die Aufräumerinnen verantwortlich gewesen.

Er wurde pragmatisiert und schließlich zum Fachoberinspektor. Pirker war aber nicht nur nie auf Urlaub. Er war auch nur zwei Mal in 37 Jahren im Krankenstand. Einmal mit einem Leistenbruch zwei Tage lang. Auch nachdem er sich mit einer Kreissäge in die Hand geschnitten hatte, blieb er nur wenige Tage im Krankenstand. "Ich bin halt nicht einer, der wegen jedem Schmarren zu Hause bleibt."

Ab Donnerstag ist der 63-Jährige in Pension. "Es bleibt eben keiner übrig", sagt er. Langweilig wird ihm nicht werden, versichert er. "Es wartet viel Arbeit auf mich. Ich habe eine kleine Landwirtschaft und auch beim Haus muss viel gerichtet werden - es ist ja im Laufe der Jahre alles geblieben."

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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Foto © KLZ/ Helmuth Weichselbraun

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