Patient nach Drogen-Therapie in Berlin im Koma
Zwei Tage nach der Therapiesitzung mit zwei Todesopfern in Berlin war der Zustand eines weiteren Patienten am Montagvormittag nach wie vor kritisch. Der 55-Jährige liege weiter im Koma, teilte die Polizei mit. Am Sonntagabend war Haftbefehl gegen den 50 Jahre alten Therapeuten ergangen, der zugegeben hatte, bei der Gruppensitzung einen Mix verschiedener Drogen verabreicht zu haben.
Ermittlungen zufolge unterhalten der Therapeut und seine Frau Kontakte zu einer Schweizer Einrichtung, die sich Therapeutisch-Tantrisch-Spirituelle Universität nennt und sich auf psycholytisches Arbeiten spezialisiert hat. Dabei werden bewusstseinsverändernde Substanzen verwendet - Rauschgifte wie LSD und Pilze etwa.
Der Seminarveranstalter hat seinen Sitz auf einem Hof im schweizerischen Lüsslingen und führt dort eine "Gemeinschaft Kirschblüte", laut Eigendarstellung mit etwa 75 Erwachsenen und 60 Kindern. Der 1948 geborene Mann lebt mit zwei Frauen zusammen und hat mit ihnen insgesamt elf Kinder. Er kritisiert in einem Interview auf seiner Website unter anderem das Inzesttabu.
Interessiert sei seine Gruppe an Selbsterkenntnis und Tantrismus, einer religiösen Strömung aus Indien, die Erlösung durch bestimmte Rituale sucht. Nach Zeitungsberichten hat der Berliner Therapeut sein Handwerk dort gelernt. Mit dem Schweizer Mentor sei für nächstes Jahr ein Seminar in Berlin geplant gewesen.
Dieser Mentor, ein 61-jähriger Mann, hat sich über die Vorfälle in Berlin betroffen gezeigt. Der Schweizer sagte, der Therapeut sei vor 15 Jahren bei ihm in der Ausbildung gewesen. Er selbst arbeite aber nur mit genehmigten Substanzen. "Ich muss also annehmen, dass er etwas anderes genommen hat, denn meine Substanzen sind ungefährlich."
Der 61-Jährige betonte, er wisse, dass sich diese Therapien, weil sie verboten seien, "massiv im Untergrund ausbreiten". Deswegen fordere er immer, dass die psycholytische Therapie in das medizinische System eingebunden werde.











