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Zuletzt aktualisiert: 16.09.2009 um 20:00 UhrKommentare

Bundesforste: Natur nur gegen Gebühr

Die Bundesforste verlangen für Fotos und Filme saftige Gebühren - und verärgern damit Filmschaffende. Die Bundesforste argumentieren auch mit dem Naturschutz.

400 Euro Nutzungskosten müssen Fotografen zahlen, Filmschaffende bis zu 1200 EUro

Foto © APA400 Euro Nutzungskosten müssen Fotografen zahlen, Filmschaffende bis zu 1200 EUro

Der Regisseur Alfred Ninaus ist verärgert: "Das ist eine Frechheit. Es schränkt uns Filmschaffende in der Gestaltung schwer ein", sagt er zur Kleinen Zeitung. Grund für seine Aufregung sind Gebühren, welche die Bundesforste für die fotografische oder filmische Nutzung ihrer Gebiete verlangen. Das tun sie zwar seit Jahren, doch seit einem Jahr gibt es einen Tarifkatalog dafür. Die Tarife seien wirtschaftlich nicht vertretbar, meinte nun auch Innungschef Josef Faistauer von den Salzburger Fotografen.

Um einen Antrag zu stellen, sind 80 Euro zu bezahlen. Dazu kommen noch die Nutzungskosten zwischen 400 und 800 Euro pro Tag für Fotografen und bis zu 1200 Euro für Filmdrehs. Auch aus der Politik kam Kritik: Da bis gestern unklar war, wer genau bezahlen muss - und ob das auch etwa für Tourismusaufnahmen gilt - forderte Salzburgs Tourismuslandesrat eine Klarstellung.

Bei den Bundesforsten betonte man gestern, dass es bei den Tarifen Ausnahmen gebe. "Wir haben diese nun klarer auf dem Tarifkatalog unserer Tochtergesellschaft "Wild Media" angeführt", sagte Bernhard Schragl, Sprecher der Bundesforste. Die Gebühren

treffen vor allem größere, kommerzielle Projekte. Nicht bezahlt werden müssen Projekte von Gemeinden und Tourismusverbänden, des aktuellen Dienstes, von Schulen sowie Fotowettbewerbe und Hochzeitsfotos.

Dass Gebühren überhaupt eingehoben werden, erklärt Schragl so: "Die Anzahl der Aufnahmen und Drehs nimmt stark zu. Allein heuer waren es über hundert Tage. Oft wurden dabei die Natur geschädigt. Und andere, etwa Schiliftbetreiber, müssen für die Nutzung ja auch zahlen." Die Bundesforste wollen die Gebühren mit Zusatzleistungen verknüpfen - etwa Begleitern oder Ortsempfehlungen.

"Erherzog-Johann"-Regisseur Ninaus, der gerade eine Dokumentation über die als Hochsteiermark bezeichnete Tourismusregion dreht, sieht sich dennoch ungerecht behandelt. "Bei einem großen Spielfilm lasse ich mir die Gebühr einreden. Aber bei Dokumentarfilmen wie unseren ist das ein Wahnsinn", sagt er.

Filmt man heimlich, kann das übrigens ebenfalls teuer werden - 3200 Euro für Fotos und 4800 Euro Strafe für Filme. Doch dies betreffe vorrangig große, kommerzielle Projekte, so Schragl.

SONJA HASEWEND

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