Aktenzeichen 9/11 ungelöst
Am Gedenktag haben Verschwörungstheorien zum Anschlag auf das World-Trade-Center wieder Hochsaison. Neue Dokumentationen werfen alte Fragen auf.

Foto © APDie Trümmer der Zwillingstürme: Nährboden für Verschwörungstheorien
Killersatelliten, Raketen oder George W. Bush höchstpersönlich im Cockpit - pünktlich zum heutigen Jahrestag der Anschläge auf das World-Trade-Center haben die Verschwörungstheorien wieder Hochsaison. Unmittelbar nach dem Attentat geisterten die ersten Theorien um falsche Flugnummern durchs Web. Laute Kritiker wie Autor Gerhard Wisnewski, der unlängst mit der Theorie, Jörg Haider sei durch ein Attentat getötet worden, auf sich aufmerksam machte, werden von TV-Sendern nun gerne eingeladen. Neue Dokus wie "9/11: Was steckt wirklich dahinter" werfen Fragen auf.
Acht Jahre nach dem Tag X: Obama statt Bush, die neuen Türme stehen noch immer nicht (siehe Bericht rechts), kritische Dokumentationen sprießen wie die Schwammerln aus dem Boden, Angehörige von Opfern prozessieren in großem Stil gegen die Regierung.
Und was bleibt?
Viele offene Fragen. Das Trauma von "9/11", es sitzt den Bürgern noch immer als Schreckgespenst im Nacken. Das musste auch Bürgermeister Michael Bloomberg einsehen, als sich im April dieses Jahres eine von ihm entsandte Boeing 747 zwecks Aufnahmen der Skyline von Manhattan näherte: Massenpanik.
Quelle © elfterseptember.jpg | Foto: KLZ Digital Verschwörungstheorien rund um 9/11
Heuer rückt das Attentat, das beinahe 3000 Menschenleben opferte, ins öffentliche Interesse. Einige Beispiele: Van Jones, Obamas Berater und einstiger Zweifler an der offiziellen Darstellung des Kommissionsberichts von 2004, musste zurücktreten, die Liste der Skeptiker wächst: An die 70.000 New Yorker (darunter viele Schauspieler, Techniker oder Architekten) haben bislang eine Petition unterschrieben, die die lückenlose Aufklärung fordert.
Kriminalfall ungelöst
Daniel Erlacher ist Skeptiker der ersten Stunde. Am 9. September, also einen Tag vor 9/11, war er noch auf dem Empire State Building gewesen, am 10. September fliegt er zurück nach Österreich, Zeitverschiebung - plötzlich alles anders. Erlacher kennt die Szene der Blogger und ist Teil jenes Bürgerjournalismus, der Zugang zu Informationen fordert. Verschwörungstheorien? "Reinste Zeitverschwendung. Es handelt sich um einen Kriminalfall, der nicht gelöst ist." Wer Fragen stelle, werde als Verschwörungstheoretiker verurteilt.
Fehlersuche
"Ich nehme solche Behauptungen nicht ernst", sagt der Politologe und US-Experte Heinz Gärtner vom Österreichischen Institut für Politik in Wien. Es gebe einen Kommissionsbericht, der alle Fragen beantwortet. Gärtner, der drei Tage nach 9/11 einen Forschungsaufenthalt in den USA antrat, habe dort viele Prozesse im Fernsehen verfolgt. In der Aufklärung, räumt er ein, habe es "viele Fehler" gegeben. Ebenso in der Interpretation der Kriegsführung gegen den Irak.
Dass die Details ans Licht kommen, daran zweifle er nicht und nennt Watergate als Beispiel. "Schließlich haben wir es in den USA mit einem lebendigen Journalismus zu tun."
Der Fall der Türme
Skeptiker meinen, der Fall der Türme (Stahlkonstruktionen) in diesem Tempo sei physikalisch aufgrund der maximalen Temperatur von 600 Grad Celsius gar nicht möglich. Auch die NIST räumt ein, dass Stahl erst ab 1000 Grad instabil werde. Handelte es sich um eine Sprengung? Offizielles Statement der Behörden FEMA und NIST: Die Zwillingstürme wären durch die Kombination von Einschlagschäden und Bränden geschwächt gewesen.
Die Attentäter
Foto

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Auf dem Bild zu sehen: Muhammed Atta, der als einer der fünf Terroristen gilt, die das am 11.9. das erste Flugzeug entführt hatten. Als Beweis gilt dieses Videoband, das ihn am Flughafen zeigt. War das wirklich der Tag, von dem das Video stammt - oder zeigt ihn das einen Tag zuvor, als er von einem Ausflug mit Freunden aus Portland zurück kehrt? Und warum behauptet seine Freundin, er habe gerne getrunken? Wie passt das zum Islam? Soweit die offenen Fragen der Skeptiker.
Fakt ist: Bereits am 14. September gab das FBI die erste Täterliste mit den Namen von angeblich 19 beteiligten Flugzeugentführern preis. Wenige Tage später entlarvte die BBC einige der Genannten als Lebende.
Das Pentagon
Wie konnte ein Flugzeug in den sichersten Luftraum der Welt eindringen? Warum wurde nicht reagiert? Und wie passt ein 13,5 Meter hohes Flugzeug in ein fünf Meter großes Loch? Das sind nur einige Fragen, denen sich Thierry Meyssan Anfang 2002 stellte. Als Gegenargument gelten Augenzeugen, die beschreiben, dass eine große Passagiermaschine ins Pentagon geflogen ist.
Features
Nachlesen
"Press for truth", (2006), zeigt drei Jersey Girls, die ihre Männer bei 9/11 verloren haben und die beginnen, Fragen zu stellen.
Link
Dokumentiert
"9/11: Was wirklich dahinter steckt" 2009), italienische Doku, jüngst im ORF gelaufen. Mit seriösen Experten. Gilt als penibel recherchiert.
9/11-Archiv. Eine umfassende Materialien-Sammlung über Artikel und Dokumente, akribisch zeitlich sortiert bietet.














