PC & Internet: Kärnten trägt rote Laterne
Zukunftschancen ade? Nirgends werden Computer so selten genutzt und wird so wenig gesurft wie in Kärnten. Auch der digitale Analphabetismus wird immer dramatischer.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauIn Kärnten wird der Computer nur wenig genutzt
Kärnten holt bei einem absoluten Zukunftsthema auf und hat im Bundesländervergleich einen Platz gutgemacht - das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Kärnten liegt bei der Verbreitung von Computer und Internet am vorletzten Platz in Österreich. Nur in steirischen Haushalten gibt es weniger davon. Das geht aus einer jährlich durchgeführten Untersuchung der Statistik Austria hervor - gemessen wird dabei nicht nur die Verbreitung von Zukunftstechnologien, sondern auch deren Nutzung von Privatpersonen.
Nur 63,6 Prozent (62,4 Prozent im Vorjahr) der heimischen Haushalte sind online. Zum Vergleich: In Salzburg sind es um elf Prozentpunkte mehr. Ein Grund mag in der geringen Verbreitung von Computern in Kärntens Häusern und Wohnungen liegen. Hier sind wir - wieder nur vor den Steirern - an vorletzter Stelle.
Auch bei schnellen Internet-Verbindungen (so genanntem Breitband-Internet wie ADSL oder Chello) liegen wir an vorletzter Stelle. Nur in etwas mehr als der Hälfte der 214.200 Kärntner Haushalte gibt es schnelles Internet und das, obwohl es in den letzten Jahren massiv mit Steuergeld gefördert wurde. Aber einen Zugang haben zu können bedeutet nicht, dass man einen solchen auch will.
Einzig das Wachstum im Bereich des schnellen Internets ist mit Plus 4,6 Prozentpunkten (51,8 Prozent im Gegensatz zu 47,2 Prozent im Jahr davor) über dem Bundesschnitt - allerdings deutlich niedriger als die Zuwächse in Salzburg oder Vorarlberg.
Analphabeten von heute
Seit nunmehr fünf Jahren liefert die - österreichweit genaueste - Studie dieselben Ergebnisse: Die Kärntner sind Technik-Muffel. Dramatischer noch als die Ausstattung der Haushalte ist die Nutzung dieser Zukunftstechniken - und hier tragen die Kärntner die rote Laterne.
Nirgendwo sonst werden Computer und Internet so selten (egal, ob im Büro oder zu Hause) eingeschaltet wie hierzulande. Überraschend groß ist etwa die Anzahl digitaler Analphabeten - sprich: die Zahl derer, die noch nie damit in Kontakt waren. Jeder fünfte Kärntner zwischen 16 und 74 Jahren (22,7 Prozent) hatte noch nie mit einem PC zu tun. Fast jeder Dritte (29,4 Prozent) war überhaupt noch nie online. Nur im Burgenland gibt es mehr Internet-Verweigerer.
In Kärnten könnte man noch die niedrigere Kaufkraft als Erklärung heranziehen. Weil allerdings die Internet-Tarife in den letzten zwei Jahren um mehr als die Hälfte gefallen sind, hält auch diese Erklärung kaum stand.
Mangel auch in Schulen
Die Zukunft ist auch aus anderen Gründen zappenduster: Gerade in den Tagen vor Schulanfang häufen sich die Hilferufe von Lehrern. In Volksschulen gibt es kaum Computer und wenn, dann sind sie hoffnungslos veraltet. Dass die Situation an den höheren Schulen besser ist, liegt daran, dass die Gemeinden für die Ausstattung der Volksschulen verantwortlich sind - und in den Kommunen mangelt es oft am Willen und am Geld.










