NATO geht von 125 Toten bei Kundus aus
Der von der deutschen Bundeswehr angeforderte Luftangriff auf zwei gekaperte Tanklastwagen forderte mehr Menschenleben als bisher angenommen.

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Das wären weit mehr als die von der Bundeswehr genannten 56 Toten. Mindestens zwei Dutzend der Opfer seien nach Einschätzung des NATO-Teams keine Taliban gewesen, berichtete die "Washington Post" am Sonntag.
Wie die "Washington Post" weiter berichtete, fiel die Entscheidung der Bundeswehr, den Luftschlag anzuordnen, zum großen Teil aufgrund der Einschätzung eines einzigen Informanten. Auf Luftaufklärungsbildern seien etwa 100 Menschen rund um die entführten Tanklaster zu sehen gewesen, berichtete die Zeitung. Ein Informant habe der Bundeswehr dann berichtet, es handle sich dabei ausschließlich um Aufständische. Daraufhin sei der Befehl zum Angriff erteilt worden und je eine 500-Pfund-Bombe sei auf die Tanklaster abgeworfen worden.
Ein "Washington Post"-Reporter, der mit dem Erkundungsteam reisen durfte, berichtete auch von mehreren verletzten Dorfbewohnern, darunter ein zehnjähriger Bub. Sie seien teils von den Taliban gezwungen worden, dabei zu helfen, die im Schlamm feststeckenden Tanker wieder freizubekommen, teils seien sie aus Neugier angerannt gekommen.











