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Zuletzt aktualisiert: 02.09.2009 um 16:19 UhrKommentare

Hochzeits-Massaker für Täter ein "Ehrenverbrechen"

Das Hochzeits-Massaker in dem türkischen Dorf Bilge, bei dem Anfang Mai 44 Menschen getötet wurden, war nach Aussage des Hauptangeklagten ein "Ehrenverbrechen". Er habe die Bluttat angeordnet, weil er herausgefunden habe, dass seine Ehefrau mit einem anderen Mann im Dorf ein Verhältnis hatte, sagte Mehmet Celebi am Mittwoch zum Auftakt des Prozesses gegen die mutmaßlichen Mörder.

Am Abend des 4. Mai hatten bewaffnete Männer in dem Dorf Bilge in der südosttürkischen Provinz Mardin eine Hochzeitsfeier gestürmt und mit automatischen Waffen auf die Gäste geschossen. Unter den 44 Opfern waren zahlreiche Frauen und sieben Kinder. Das Verbrechen sorgte in der Türkei und auch international für Bestürzung.

Insgesamt stehen in dem Prozess elf Angeklagte vor Gericht. Die Anklage fordert lebenslange Haftstrafen. Celebi sagte laut der Internetausgabe der Zeitung "Milliyet", er habe das Massaker zusammen mit einem seiner Söhne und mit seinem Bruder verübt. Er selbst habe bei der Hochzeitsfeier auf die Männer geschossen, sein Bruder auf die Frauen. Sein Sohn habe zwei Menschen erschossen.

"Ich habe gehört, dass meine Frau ein Verhältnis hat. Da habe ich entschieden, dieses Verbrechen zu begehen," sagte Celebi. Der 14-jährige Sohn und der Bruder des Hauptbeschuldigten, die ebenfalls unter den Angeklagten sind, bestätigten die Version Celebis. Der angebliche Liebhaber der Ehefrau zählte zu den Opfern des Massakers, die Ehefrau überlebte.

Während des Prozesses in Corum gilt in der Stadt die höchste Sicherheitsstufe. Mehrere türkische Medien meldeten, die Angeklagten hätten vor Beginn des Prozesses keinerlei Anzeichen von Reue erkennen lassen. Sie seien lachend aus den Gefangenentransportern ausgestiegen, mit denen sie zum Gerichtssaal gebracht wurden.

Quelle: APA

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