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Zuletzt aktualisiert: 23.08.2009 um 20:05 UhrKommentare

Brände bei Athen toben weiter

Die Feuerwehr hat die nördlich der griechischen Hauptstadt Athen tobenden Waldbrände auch am Sonntag noch nicht unter Kontrolle gebracht. Die Flammen erreichten am Vormittag die ersten Vororte Athens.

Feuerwehren und Freiwillige kämpfen verzweifelt gegen die Flammen

Foto © APFeuerwehren und Freiwillige kämpfen verzweifelt gegen die Flammen

"Ich rufe alle Einwohner auf, den Anordnungen der Polizei, wohin sie gehen sollen, Folge zu leisten", sagte Bitakos im Fernsehsender Skai. "Wir haben seit dem frühen Morgen die Behörden angebettelt, Verstärkung zu schicken. Jetzt ist es zu spät. Zu spät."

Morgen, Montag, wird auch das österreichische Bundesheer zur Unterstützung in der Region eintreffen. Rund 30 Soldaten, drei Hubschrauber des Typs AB 212, drei Flächenflugzeuge vom Typ Pilatus PC-6 "Turbo Porter" und ein Transportflugzeug des Typs C-130 "Hercules" werden von Österreich aus in das Katastrophengebiet geschickt, gab das Verteidigungsministerium am Sonntag bekannt.

Um 13.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ) rief die griechische Polizei in Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung auf, Agios Stefanos über die Hauptstraße nach Athen sofort zu verlassen. Manche Einwohner versammelten sich auf dem Rathausplatz, andere versuchten verzweifelt, ihre Häuser vor den Flammen zu retten. Manche hatten im Kampf gegen das Feuer nichts anderes als Baumzweige, mit denen sie auf die Flammen einschlugen.

In dem nördlichen Waldgürtel von Athen war bereits am Samstag der Notstand ausgerufen worden. Starke und häufig die Richtung wechselnde Winde hatten die Brände angefacht, trotz Einsatzes von Löschflugzeugen und -hubschraubern brachte die Feuerwehr die Flammen nicht unter Kontrolle.

"Die Lage ist tragisch", sagte der Athener Gouverneur Yiannis Sgouros Sonntag früh. "Athen hatte eine Grünfläche, die jetzt weg ist." 12.000 Hektar Wald und Buchland seien verbrannt. Es ist der größte Waldbrand seit der Katastrophe von 2007, bei der 70 Menschen umkamen.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, es seien zwölf Löschflugzeuge und neun Hubschrauber im Einsatz. "In Kürze kommen zwei Flugzeuge aus Italien, zwei aus Frankreich und ein Hubschrauber aus Zypern hinzu", sagte Yiannis Kapakis.

Die Situation verschlechterte sich in der Nacht auf Sonntag, als die Brandbekämpfung aus der Luft wegen der Dunkelheit eingestellt wurde. Die Flammen erfassten daraufhin auch das Pendeli-Massiv nordöstlich von Athen. Nach Tagesanbruch nahmen Löschflugzeuge und Hubschrauber ihren Einsatz wieder auf.

Freiwillige verstärken Feuerwehr

Freiwillige und Rekruten der Streitkräfte verstärkten die Feuerwehr. "Die Feuerwehrleute sehen sich mit äußerst schwierigen Umständen konfrontiert", sagte Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis. "Unsere Priorität ist der Schutz von Menschenleben und Eigentum."

Behörden evakuierten zwei Kinderkliniken, Campingplätze und mehrere Wohnhäuser. In einer Kaserne der Streitkräfte nördlich von Athen wurden Flugabwehrraketen in Sicherheit gebracht. Bedroht waren auch mehrere Dörfer bei Marathon, dem antiken Ursprung des Marathonlaufs. Die Flammen näherten sich auch der antiken Ausgrabungsstätte Rhamnus mit zwei 2.500 Jahre alten Tempeln.

Nach Angaben örtlicher Verwaltungen wurden mehrere Wohnhäuser zerstört. Bis zuletzt versuchten die Bewohner, ihr Hab und Gut mit Wasserschläuchen zu schützen. Insgesamt zählte die Feuerwehr 75 verschiedene Brände. Betroffen sind auch Regionen im Süden des Landes sowie die Inseln Evia, Skyros und Zakynthos.


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