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    Zuletzt aktualisiert: 19.08.2009 um 06:44 UhrKommentare

    Amoklauf in Deutschland: Pensionist erschoss drei Menschen

    Bei einem Familiendrama sind am Dienstag in Deutschland drei Menschen getötet worden. Ein 71-Jähriger Mann nahm mehrere Geiseln und verschanzte sich stundenlang in seinem Haus.

    Foto © APA

    Nach dem Amoklauf in Schwalmtal im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sind die Ermittlungen in der Nacht auf Mittwoch weitergeführt worden. Bei dem Amokläufer soll es sich nach Medienberichten um einen Pensionisten handeln. Der 71-Jährige habe bei einem Termin zur Zwangsversteigerung des Hauses seiner Tochter in der niederrheinischen Kleinstadt durchgedreht, berichtete "bild.de" in der Nacht auf Mittwoch unter Berufung auf den Enkel des mutmaßlichen Täters.

    Mit einem Gewehr habe er drei Menschen erschossen, ein vierter wurde schwer verletzt. Laut "bild.de" hatten sich die 44-jährige Tochter des Pensionisten und ihr gleichaltriger Ex-Mann mit zwei Anwälten und zwei Gutachtern treffen wollen. Der Ex-Mann sei aus Furcht vor dem 71-Jährigen jedoch nicht erschienen.

    "Er hat uns gehasst, weil sich mein Vater von meiner Mutter trennte", zitierte der Onlinedienst den Enkel. "Er wollte auf jeden Fall verhindern, dass das Haus versteigert wird."

    Die Polizei machte über die Hintergründe der Schießerei zunächst keine Angaben. Die Ermittlungen dazu liefen auch in der Nacht auf Hochtouren. Am frühen Morgen wurden die Leichen der Opfer vom Tatort weggebracht. Zu Mittag sollte die Öffentlichkeit in Düsseldorf über den aktuellen Stand informiert werden. Vertreter der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach und der Polizei Düsseldorf würden um 14 Uhr vor die Presse treten, teilte die Polizei mit.

    Nachdem am Dienstag um etwa 16.30 Uhr die ersten Schüsse in der Kleinstadt im Kreis Viersen gefallen waren, fanden die alarmierten Beamten vor dem Haus einen Schwerverletzten und eine Leiche. Der mutmaßliche Täter war in ein Zweifamilienhaus geflüchtet. Gerüchte, dass es sich um eine Geiselnahme gehandelt habe, wies die Polizei zunächst zurück. 

    Rund 200 Angehörige einer Spezialeinheit der Polizei umstellten das Haus. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Doch erst drei Stunden später gab der Todesschütze auf. Zeugen hörten Schreie, als die Beamten in das Haus drängten. Die Polizei fand zwei Leichen, zwei Menschen konnten unverletzt aus dem Haus gebracht werden. Auch der mutmaßliche Täter blieb bei seiner Festnahme unverletzt.

    Bekannter Gewalttäter

    Der Fernsehsender RTL berichtete im Internet, dass der Pensionist als Gewalttäter bekannt gewesen sei. Es sei nicht das erste Mal, dass der circa 72-Jährige gewalttätig werde, sagte der Ex-Schwiegersohn dem Sender. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb im Internet, dass es laut Anrainern in der Familie häufiger zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen sei. Nach Darstellung eines Nachbarn, der die Szene von einem Dachfenster aus beobachtet hatte, wirkte der Amokläufer betrunken. Er habe bei der Festnahme um "Hilfe" gerufen.

    Schwalmtal hat rund 19.000 Einwohner. Ein Anrainer sagte am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AP, das Geschehene sei unglaublich. "In so einem Ort wie Schwalmtal erwartet man das bestimmt nicht. Hier war plötzlich so ein Durcheinander, Polizisten in zivil und das SEK waren da", berichtete der Versicherungskaufmann.

    Der 18-jährige Schüler Phillip sagte, er sei "total schockiert". "So etwas habe ich hier bestimmt nicht erwartet." Sein 18-jähriger Freund Alexander erzählte, die Tat habe sich "hier wie ein Lauffeuer verbreitet. Plötzlich gingen überall die Handys. Wir sind doch hier eigentlich so ein ruhiger Ort."


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