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    Zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 um 13:02 UhrKommentare

    Noch immer Urlaubslaune trotz Mallorca-Bomben

    Umfrage zeigt: Reisebüros weit entfernt von einer Stornowelle. Urlauber wiegen sich noch in Sicherheit.

    Urlauber (noch) gelassen, die spanische Polizei weniger

    Foto © APUrlauber (noch) gelassen, die spanische Polizei weniger

    Spaniens König Juan Carlos persönlich sieht nach insgesamt vier Detonationen (zwei Polizisten starben bei dem ersten ETA-Attentat, zehn Tage gab es weitere Explosionen) eine "Bande von Mördern und Verbrechern" auf der größten Insel der Balearen-Gruppe am Werk. Der österreichische Mallorca-Urlauber, den es aktuell in den Süden zieht, gibt sich da weitaus gelassener, wie eine Umfrage unter großen Reisebüros im Land zeigt.

    Von einer "Stornowelle" sei momentan ebenso wenig zu spüren wie von einem signifikanten Nachlassen bei neuen Buchungen, so Peter Hauptmann, Geschäftsführer von Kuoni Kärntner Ring. Obwohl die letzten Bomben in zwei Lokalen und in einem Einkaufszentrum in Urlauberhochburgen explodierten, fühle man sich noch immer sicher. Die Lage sei aber natürlich weiter im Auge zu behalten. "Passiert nun längere Zeit nichts, verschwindet das vielleicht latent vorhandene Angstgefühl der Urlauber auch rasch wieder", so Hauptmann. Einige dürften auch die Stornokosten, die nach Meinung vieler Reiseveranstalters nach wie vor anfallen, von einem Rücktritt abhalten. Aktuelle Anfragen drehen sich vor allem um mögliche Verspätungen im Flugverkehr (nach dem ersten Anschlag wurden sämtliche Flug- und Seehäfen gesperrt).

    Kaum Nutznießer

    Indirekte Nutznießer des ETA-Terrors gebe es keine, so Hauptmann, Urlauber würden kaum kurzfristig auf andere (als sicher geltende) südeuropäische Länder ausweichen: Griechenland z.B. verzeichne 2009 trotz allem ein recht starkes Minus - das bei Herrn und Frau Österreicher an sich beliebte Urlaubsland habe Touristik-Trends über Jahrzehnte verschlafen, sei zudem für das Gebotene zu teuer. Relativ gleichbleibend sei die Buchungslage in der Sommersaison 2009 in der Türkei. Die Preise für Mallorca blieben jedenfalls gleich - in Jahren, in denen der Buchungswille allgemein zurückhaltend ist, gebe es auch weniger Angebote.

    Ähnlich die Einschätzung von Andrea Sieder, zuständig für die TUI-Konzernkommunikation Österreich (und damit auch zuständig für Gulet-Touristik): "Wir evaluieren seit dem ersten Anschlag aufmerksam die aktuellen Zahlen, für eine genaue Einschätzung ist es noch zu früh". Die Reaktionen der sonnenhungrigen Mallorca-Urlauber seien bis dato aber relativ ruhig: Die Situation könne sich freilich schlagartig ändern, wenn einmal ein Sprengsatz direkt in einem Hotel hochginge, gibt die Touristikerin zu bedenken. Bislang seien "touristische Ziele nicht jene der ETA" gewesen.

    Es hänge in Fällen wie diesen immer auch stark davon ab, wie die Gefahr subjektiv wahrgenommen werde: Obwohl momentan weitere Attentate keinesfalls ausgeschlossen seien, wiege man sich in Sicherheit, wolle sich den gerade in Krisenzeiten hart ersparten Urlaub nicht vermiesen lassen. Verstärkte Kontrollen vor Ort können den Urlaubsablauf zwar beeinflussen, man nehme dies aber in Kauf, vertraue zudem der spanischen Polizei, die jahrzehntelange Erfahrung mit der ETA habe: Die Polizei habe mit der Operation "Käfig" ein engmaschiges Netz um die baskische Untergrundorganisation aufgebaut.

    Rückgang überschaubar

    Birgit Reitbauer vom Österreichischen Verkehrsbüro hatte nach dem ersten Anschlag festgehalten: "Die Leute sind ruhig". Bei der Restplatzbörse Österreich, einem vor allem bei Spätbuchern sehr beliebten Reisebüro, verzeichne man aktuell immerhin einen Rückgang von bis zu 30 Prozent bei Mallorca-Buchungen. Von Panik, Rücktrittswellen oder völligem Einbruch sei allerdings keinesfalls zu sprechen. Auch hier gibt man zu bedenken: Verzichtet der Mallorca-Urlauber auf seinen Urlaub, sei Storno zu berappen.

    ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer: "Zwei Bombenanschläge in zentraler Lage – vor denen noch dazu von den Urhebern gewarnt wurde – sind kein ausreichender Grund für ein kostenfreies Storno". Eine Meinung, die man im Außenamt selbst übrigens nicht teilt: "Es stimmt nicht automatisch, dass Urlaube nur dann gratis storniert werden können, wenn eine Reisewarnung vorliegt", so Peter Launsky-Tieffenthal: Es gebe immerhin ein Gerichtsurteil, das einen kostenlosen Rücktritt bei "Wegfall der Geschäftsgrundlage" ermöglicht.


    Reise-Hochburg

    Mallorca ist mit seinen Nachbar-inseln eines der beliebtesten Reiseziele in Europa. Allein aus Deutschland befinden sich derzeit schätzungsweise mehr als 100.000 Urlauber auf den Balearen - sie stellen normaler-weise gemeinsam mit den Briten die größte Urlaubergruppe.

    ETA

    Die ETA ("Euskadi Ta Askatasuna" (Baskisch für "Baskenland und Freiheit") kämpft seit 50 Jahren für einen unabhängigen baskischen Staat, in Nordspanien und Südwestfrankreich. Dazu wurden Bomben gelegt und gemordet - bei etwa 4.000 Terroranschlägen kamen mehr als 830 Männer, Frauen und Kinder ums Leben. 2.300 Menschen wurden verletzt.

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