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Zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 um 11:45 UhrKommentare

LH Pröll: Schluss mit Hatz auf Polizei

Landeshauptmann Erwin Pröll fordert eine "lückenlose Aufklärung des Vorfalls". Der von der Polizei angeschossene Jugendliche nennt unterdessen einen 28-Jährigen als Mittäter.

Foto © APA

Nach dem Tod eines 14-jährigen mutmaßlichen Einbrechers in einem Kremser Supermarkt durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe hat Landeshauptmann Erwin Pröll (V) in der Montag-Ausgabe der "Kronen Zeitung" eine "lückenlose Aufklärung des Vorfalls" gefordert, die auch im Interesse der beiden Beamten notwendig sei. Gleichzeitig rief er dazu auf, dass "mit der Hatz auf Polizisten Schluss sein" müsse. "Der Bürger muss sich auch in Zukunft auf die Ordnungshüter des Staates verlassen können", zitierte die Tageszeitung den Landeshauptmann.

Unterdessen steht in dem Fall Aussage gegen Aussage. Die Beamten sagten aus, in "Notwehr" gehandelt zu haben. Der verletzte Jugendliche hatte erklärt, die Schüsse seien gefallen, als er und Florian P. flüchten hätten wollen.

"Sie haben sich in Notwehr verteidigt", sagte Hans- Rainer Rienmüller, der Rechtsanwalt der Beamten. Die Frau und der Mann hätten übereinstimmend angegeben, von mehreren vermummten Tätern angegriffen worden zu sein, die Kapuzen getragen hätten. Die Beamten hätten nur Augen erkennen können. Sie seien mit einer Stich- und einer Schlagwaffe attackiert worden. In einer Pressekonferenz am Mittwoch war diesbezüglich von einem Schraubenzieher und einer Gartenharke die Rede. Der "sehr dynamische Angriff" sei "lebensbedrohlich" gewesen, so Rienmüller.

Der Anwalt hat laut ORF NÖ auch bestätigt, dass die Attacke in einem Nebengang des Supermarktes stattgefunden habe, der mit Notbeleuchtung ausgestattet sei. Die Beamten, die am Freitagabend erstmals und rund vier Stunden lang einvernommen worden waren, seien mit Taschenlampen ausgerüstet gewesen.

Die Polizei geht laut Oberstleutnant Roland Scherscher vorerst von drei an dem Einbruch beteiligten Tätern aus. Weitere Komplizen seien jedoch nicht ausgeschlossen. Hinweisen werde nachgegangen. Derzeit gebe es jedoch "keine konkrete Spur". Der am Freitagabend festgenommene Rumäne (28) ist in die Justizanstalt Krems eingeliefert worden. Er und der 17-Jährige würden einander gegenseitig belasten. Der am Samstag einvernommene Rumäne bestreitet eine Beteiligung an dem Einbruch in den Merkur-Markt.

Etwa 60 Personen nahmen am Sonntagnachmittag in Krems an einer Demonstration "gegen Polizeimorde" teil. Rund 30 Personen waren mit dem Zug aus Wien angereist. Etwa ebenso viele Teilnehmer stellten Kremser Jugendliche aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des 14-Jährigen.


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