Ohne Geld Jets geordert und Piloten eingestellt
Ein 17-jähriger Brite führte die Chefs namhafter Airlines ein halbes Jahr an der Nase herum. Einen ähnlichen Fall gab es auch in Österreich. Er landete - vor Gericht.

Foto © Reuters
Fluglinien scheinen Hochstapler besonders anzulocken. Unter einem Pseudonym hatte sich ein 17-jähriger Teenager als Airline-Tycoon ausgegeben - und vom Kinderzimmer aus Geschäfte gemanagt.
Ein ähnlicher Fall hatte vor wenigen Jahren in Österreich für Aufsehen gesorgt - und in der Folge die Justiz gleich mehrere Male beschäftigt: Ein damals 29-jähriger Salzburger, der nach abgeschlossenem Informatikstudium bei der Lufthansa im EDV-Bereich gearbeitet hatte, war 2005 auf die Idee gekommen, eine eigenen Fluglinie zu gründen. Die "Royal Business Aviation".
Kein Startkapital
Nur am nötigen Startkapital haperte es. Das aber gewaltig. Trotzdem engagierte er Piloten, Kabinenpersonal und Mechaniker - Leute, die zum Teil gute Jobs für seine verlockenden Angebote sausen ließen -, ließ die Mitarbeiter um 201.000 Euro (!) schulen (37.000 Euro Hotelkosten nicht mitgerechnet), unterschrieb bei Airbus einen Optionsvertrag über vier Jets, lebte auch sonst auf großem Fuß . . . Bis alles aufflog und er 2006 bei der Großmutter in Golling, bei der er wohnte, verhaftet wurde. Schadenssumme: 560.000 Euro.
Der Salzburger wurde zunächst wegen schweren Betruges und anderer Delikte zu einem Jahr unbedingt und zwei Jahren bedingt verurteilt, 2007 wurde die Strafe auf drei Jahre unbedingt erhöht. Heuer fasste der Salzburger - der nach dem ersten Verfahren in die USA geflüchtet war (bei einem Besuch bei seiner Oma wurde er diesen Winter wieder gefasst) - zusätzlich sechs Monate aus. Diesmal ging es um die Arbeitsverträge mit dem angeheuerten Personal, die er nicht eingehalten hatte - Schaden: 119.400 Euro.










